Coburg ist eine schöne Stadt mit vielen historischen Bauten. Um diese historische Stadt weiterhin in einem angenehmen und fürs Auge schönen Bild erstrahlen zu lassen, setzt sich die Initiative Stadtbild Coburg mit Fördergeldern und Auszeichnungen für Sanierungs- und Renovierungsobjekte ein.

Am vergangenen Freitag verliehen der Vorsitzende Hans-Heinrich Eidt und Kassier Helmut Raab vom Verein Stadtbild Coburg drei Projekten die begehrte Sanierungsmedaille mit Urkunde.

Das erste Haus, das an diesem Nachmittag die Sanierungsmedaille bekam, steht in der Ketschengasse 17. Der Besitzer ist Bernd Späth, der dieses Haus ursprünglich für seine Galerie sanieren wollte. Wie er berichtete, habe er zuerst vorgehabt, das Schaufenster bis an die Grundstücksgrenze vorzusetzen. Dann habe er sich allerdings die Flucht (Blick zu den oberen Häusern) angeschaut und entschieden, das Haus doch etwas zurückgesetzt zu sanieren. Dabei ist ein kleiner überdachter Bogengang entstanden. Ursprünglich sollte der Durchgang zum Nachbargrundstück offen sein. Als Späth sich jedoch die Straßenneigung genauer betrachtete und feststellte, dass bei Regen das Wasser auf der einen Seite zum Bogengang einlaufe und auf der anderen Seite wieder hinaus, entschloss er sich, eine kleine Mauer als Abgrenzung zu setzen. Eidt bezeichnete die Sanierung als ein gelungenes Objekt. Fünf Jahre habe es gedauert, bis das Gebäude derart schmuck dastand. "Wenn sie ein 700 Jahre altes Haus haben, birgt jedes Teil, das sie anfassen, eine neue Überraschung", betonte Bernd Späth.

Historischer Charakter erhalten

Das zweite Sanierungsobjekt steht in der Salvatorgasse 4. Der Hauseigentümer Lutz Röther erinnerte sich an die enormen Sanierungsarbeiten, die vorgenommen wurden. "Alle Träger waren verfault", erzählte Röther. Das Haus wurde in zwei Ferienwohnungen umgestaltet. Die historische Eingangstüre wurde wieder auf Vordermann gebracht, der kleine Innenhof wurde überdacht und dessen historischer Charakter erhalten. Wie Röther berichtete, habe er zuerst vorgehabt, diesen Bereich abreißen zu lassen. Direkt bevor es soweit war, habe er sich das Objekt noch einmal angeschaut und entschieden, die Abrissarbeiten doch nicht durchführen zu lassen. In den Innenräumen wurde Lehmputz an den Wänden aufgebracht, die Zimmerböden mit Douglasienholz ausgelegt und die Holzständerbauweise teilweise als Zimmerabgrenzung sichtbar gemacht. Vor zwei Jahren kaufte Lutz Röther das stark sanierungsbedürftige Haus und sanierte und renovierte es eineinhalb Jahre lang. "Vielen Dank für die Auszeichnung. Ich bin sehr stolz darauf!", betonte Röther, als Hans-Heinrich Eidt und Helmut Raab die Medaille verliehen.

In das Haus verliebt

Das dritte Objekt, das für seine gelungene Sanierung ausgezeichnet und bei der Sanierung aus der Spende Volkmann/Stoschek finanziell unterstützt wurde, steht in der Goethestraße 11. Hier hatten sich Edith und Rainer Landwehr in das 1861 gebaute Haus verliebt. Auf jeden Fall beschlossen die beiden, das Haus, dessen Charakter stark von den Sandsteinquadern geprägt ist, zu sanieren und fast rundzuerneuern. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Erker des Hauses durch Bombardement stark beschädigt. Der Erker musste erneuert werden, Sandsteinquader teilweise ausgetauscht und die Sandsteinmetzarbeiten von Fachleuten vorgenommen werden. In den Innenräumen konnten Mauerbögen sichtbar gemacht werden. Die Sanierung des Hauses erfolgte als ein KfW-Effizienzhaus-Denkmal oder KfW-Denkmal 160. Normalerweise dürfen unter Denkmalschutz stehende Häuser nicht baulich verändert werden. Jedoch ist es möglich, sowohl am Äußeren als auch im Inneren des Hauses Arbeiten vorzunehmen, welche die Bausubstanz erhalten oder verbessern. Diese Arbeiten sind meistens sehr kostenintensiv. Auf diese Art und Weise wurde auch die Goethestraße 11 saniert. "Von außen ist es alt, von innen ist es ein Neubau", betonten Edith und Rainer Landwehr. Sie beschrieben und zeigten Eidt und Raab einige der Sanierungsmaßnahmen Vorort.