In der Corona-Spielzeit des Landestheaters wurden sie zum rettenden Finale - die Sommerfestspiele auf der Freilichtbühne im Coburger Hofgarten. Rund um den Herzog-Alfred-Brunnen lockten ab Anfang Juni zahlreiche Vorstellungen sowie eine Reihe von Konzerten viele Besucher an. Nach dem Lockdown seit November ermöglichten zwei Freiluft-Monate immerhin wieder Live-Vorstellungen - bei allen Hygiene-Auflagen und allen Beschränkungen auch bei der Besucherzahlen. Intendant Bernhard F. Loges zieht eine Bilanz der zweiten Hofgarten-Festspiele unter seiner künstlerischen Leitung.

Die Sommerfestspiele im Hofgarten standen gleich doppelt unter besonderen Vorzeichen - mit strikten Corona-Auflagen und mit sehr wechselhaftem, oft regnerischem Wetter. Wie fällt die Wetter-Bilanz aus? Wieviele Vorstellungen mussten abgesagt oder gar abgebrochen werden?

Bernhard F. Loges: Trotz des durchwachsenen Sommers mussten von insgesamt 56 disponierten Vorstellungen nur acht entfallen, eine musste abgebrochen werden. Leider hat es hierbei häufig das Ballett getroffen. Trotzdem hatten wir viel Glück, oftmals hat der Regen pünktlich aufgehört oder der Himmel hat an sich gehalten, bis die Vorstellungen vorbei waren.

Bis weit hinein ins Frühjahr war lange Zeit angesichts hartnäckig hoher Inzidenzwerte unklar, ob die Sommerfestspiele überhaupt stattfinden konnten. Der Auftakt musste sogar um eine Woche verschoben werden. Entsprechend spät begann der Kartenvorverkauf. Wie fällt die Zuschauer-Bilanz aus? Wie hoch war der Anteil an - unter Corona-Maßstäben - ausverkauften Vorstellungen?

Sobald es endlich möglich war, Karten zu bekommen, war die Kasse vor Reservierungen nicht zu retten. Gemäß den Abständen, die unter Corona-Bedingungen einzuhalten sind, waren alle Vorstellungen zu 90 bis 100 Prozent verkauft, insgesamt haben mehr als 7600 Zuschauer die Vorstellungen gesehen.

Die Sommerfestspiele haben der Saison nach langen Lockdown-Monaten noch ein versöhnliches Ende beschert. Wie konkret sind die Pläne für die Sommerfestspiele 2022?

Wir sprechen bereits über konkrete Produktionen und freuen uns, 2022 hoffentlich alle Plätze besetzen zu dürfen. Die Nachfrage war in diesem Jahr so groß, dass wir die Tribüne komplett füllen könnten.

Schauspiel, Ballett, gleich mehrere Konzert-Formate bis hin zur Einbeziehung des Jazz-Festivals "It'z Jazz" - lässt sich diese Vielfalt überhaupt noch steigern?

Nicht immer müssen Dinge gesteigert werden, um ein tolles Programm zu ermöglichen. Ein vielfältiges Angebot streben wir auch 2022 an. Lassen Sie sich überraschen!

In die Planung dieser Festspiele waren natürlich Erfahrungen der ersten Sommerfestspiele 2019 eingeflossen. Welche Lehren lassen sich aus den Erfahrungen in diesem Jahr für die Festspiele 2022 ziehen?

Bereits in diesem Jahr sind viele Dinge hinter den Kulissen für alle Darsteller praktikabler gestaltet worden. In diesem Jahr war zum ersten Mal das Orchester Teil der Sommerfestspiele, hier musste je nach Format der Klang durch Verstärkung verbessert werden. Hier konnten wir Erfahrungen für das kommende Jahr machen, die wir in die Planung mit einfließen lassen. An dieser Stelle möchte ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinter der Bühne für ihren unermüdlichen Einsatz danken, ohne den diese Festspiele nicht denkbar wären.

Die Fragen stellte

Jochen Berger