Die Optimisten sollten recht behalten. Regenbekleidung und Regenschirme waren bei der Fahrt des Coburg-Expresses, früher als Coburger Seniorenexpress bekannt, vollkommen überflüssig. Einige ältere Herren, die sich angesichts der sommerlichen Witterung gleich für eine kurze Hose anstatt langer Beinkleider entschieden hatten, hatten eine kluge Wahl getroffen.

"Wenn Engel reisen, lacht der Himmel!" Diese Lebensweisheit galt wieder für rund rund 100 reiselustige Coburger auf dem Weg in die geschichtsträchige Bischofsstadt, die vermutlich im Jahr 38 vor Christus so nach und nach aus einem römischen Feldlager entstanden ist.


Erzbischöfe, Bischöfe und ein Alt-Bischof

Es sollte eine spannende Fahrt werden. Bei den Stadtrundgängen, die gleich nach Zugankunft begannen, erfuhren die Coburger viele Hintergründe über die Mainzer Geschichte, von den Erzbischöfen und Bischöfen bis hin zum beliebten Alt-Bischof Karl Kardinal Lehmann. Ein ganz besonderes Thema ist natürlich die "Määnzer Fassenacht", die im Fastnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz ein manifestes Denkmal bekommen hat. "Den Brunnen hat der Münchner Künstler Blasius Streng geschaffen", erklärte die Gästeführerin Alexandra Rosenzweig. München, das hätten die Mainzer wohl gerade noch akzeptiert. Aber ein alternativer Entwurf eines Kölner Künstlers, aus einer quasi konkurrierenden Frohsinnsmetropole, da sei halt die Toleranz der Mainzer schon zu sehr strapaziert gewesen.

Irgendwie hängt in Mainz alles mit der katholischen Kirche zusammen. Das Kirchenjahr definiert die Karnevalssaison, der Weinbau hat seinen Ursprung in den liturgischen Erfordernissen der Messe. Deshalb machten die Coburger einen Abstecher zum Mainzer Dom. Bereits seit dem 4. Jahrhundert stand an dieser Stelle ein Gotteshaus. Der jetzige Dom hat ein gutes Jahrtausend hinter sich. Bei aller Katholizität in Mainz sollte aber auch ein Hinweis auf Johannes Gutenberg nicht fehlen. Dessen Erfindung, der Buchdruck, hatte im 16. Jahrhundert der Lehre Martin Luthers in Deutschland sehr zum Durchbruch verholfen.


Mal beim Fernsehen vorbeischauen

Von Johannes Gutenberg zu den neueren Medien: Viele Gäste hatten sich für den Besuch der beiden Sendeanstalten "Zweites Deutsches Fernsehen" und "Südwestrundfunk" entschieden. Nicht verkehrt lag, wer die 90-minütige Rundfahrt auf dem Rhein für die bessere Alternative hielt. Die Reise hatte in bewährter Weise der Reiseveranstalter "Bahntouristikexpress" in Zusammenarbeit mit der Stadt Coburg organisiert. Zugbegleiter waren Christian Aubert vom Bahntouristikexpress, Verwaltungsrat Peter Schubert vom Sozialamt und Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD), unterstützt von einem Team aus Mitarbeitern der Stadt, des Seniorenbeirates und der Arbeiterwohlfahrt.
Nächstes Jahr fährt der Coburg-Express übrigens am Mittwoch, 5. Juli, nach Regensburg.