Die Lage spitzt sich zu: Als am Freitag vergangener Woche die ersten knapp hundert Flüchtlinge aus der Ukraine im Coburger Land ankamen, stellte deren Unterbringung noch kein größeres Problem dar. Doch mittlerweile steigt die Zahl der Menschen, die sowohl der Stadt als auch dem Landkreis zugewiesen werden. Deshalb musste jetzt doch damit begonnen werden, auch nach Turnhallen Ausschau zu halten, die Sammelunterkünften werden können.

Im Landkreis steht zumindest eine Halle bereits fest, in den kommenden Tagen sollen dort Feldbetten aufgestellt werden. Das bedeutet allerdings auch: Bis zur Ankunft der rund 100 Flüchtlinge, die alleine der Landkreis an diesem Samstag (19. März) erwartet, ist dieses Quartier noch nicht bezugsfertig. "Deshalb erfolgt die Unterbringung zunächst wieder in Hotelgebäuden", erklärt die Sprecherin des Landratsamts, Corinna Rösler. Zur Erinnerung: Auch die Flüchtlinge, die am Freitag vergangener Woche vom Landkreis aufgenommen wurden, kamen erst einmal in ein Hotel. Inzwischen konnten sie alle auf Privatwohnungen verteilt werden.

"Keine langfristige Lösung"

Ganz ähnlich das Bild in der Stadt Coburg, wo ebenfalls sehr viel privater Wohnraum zur Verfügung gestellt wird. Doch bereits an diesem Freitag (18. März) kamen noch einmal 54 Flüchtlinge an, und gleich am Samstag (19. März) werden weitere 50 erwartet. Als Unterkunft dient diesmal auch eine leer stehende Immobilie, die in den vergangenen Tagen hergerichtet wurde. Aber: Das wird nicht ausreichen!

"Die Regierung von Oberfranken hat uns mitgeteilt, dass künftig alle vier, fünf Tage ein Bus mit geflüchteten Menschen ankommen kann", sagt der Sprecher der Stadt Coburg, Louay Yassin. Deshalb prüfe die Stadt bereits, welche (Turn-)Hallen sich möglicherweise als Sammelunterkünfte eignen. "Es gibt diverse Möglichkeiten", so Louay Yassin, der aber zu bedenken gibt, dass Sammelunterkünfte "keine langfristige Lösungen" sein können.

Derweil hat Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD), der auch die in der Stadtverwaltung gebildete "Task-Force Ukraine-Hilfe" leitet, wie folgt zur aktuellen Situation geäußert: "Ich möchte mich bei allen Coburgerinnen und Coburgern bedanken für die bereits geleitete und noch kommende Hilfe. Die Hilfsbereitschaft ist glücklicherweise groß. Die Herausforderungen auch. Mein besonderer Dank gilt den beteiligten Mitarbeitern der Stadt Coburg. Viele von ihnen arbeiten derzeit bis tief in die Nacht und über das gesamte Wochenende, um Unterkünfte und Ausstattung bereitzustellen, die Anmeldungen durchzuführen und alles Weitere vorzubereiten."

Keine Spenden vorbeibringen!

Derweil haben Stadt und Landkreis Coburg eine dringende Bitte: An den vorübergehenden Unterkünften sollen bitte keine Sachspenden vorbeigebracht werden. Wer helfen möchte, meldet seine Angebote (auch privaten Wohnraum!) gerne online unter www.coburg.de/coburghilft beziehungsweise www.landkreis-coburg.de/ukrainehilfe/