Anlass ist die Tatsache, dass Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) in einer Antwort auf eine Anfrage der Landtagsgrünen mitgeteilt hatte, die Pläne für eine neue Zufahrt zum Campus Friedrich-Streib-Straße seien mit der Stadt "abgestimmt". Dem widersprachen am Dienstag nicht nur Zweite Bürgermeisterin und Baureferentin Birgit Weber (CSU), sondern auch Vertreter mehrerer Stadtratsfraktionen (Tageblatt vom 17. Dezember).
In der Stadtratssitzung am Donnerstag nahm Birgit Weber erneut Stellung und betonte, dass bislang keine Zufahrtsvariante zum geplanten Parkplatz mit Stadtbauamt und Grünflächenamt abgestimmt sei.
Die Hochschule möchte auf dem Parkplatz für die Studierenden ein Parkdeck errichten und gleichzeitig eine neue Zufahrt schaffen, um den Campus autofrei zu bekommen.
Die von Hochschulpräsident Michael Pötzl bevorzugte Variante nutzt die Zufahrt zu Schloss Hohenfels (Medau-Schule) und zweigt kurz vorher zum Parkplatz ab. Die schmale Zufahrt zum Schloss müsste allerdings verbreitert werden, was starke Eingriffe in den Hang und den Landschaftspark zu Folge hätte. Deshalb gibt es im Stadtrat starke Vorbehalte dagegen.
Wie Pötzl gestern mitteilen ließ, hatte die Hochschule auf Wunsch der Stadt im Oktober eine Verkehrszählung durchgeführt. Die Ergebnisse würden zeigen, dass durch die neue Zufahrt der Verkehr im Kürengrund um zehn Prozent zunehmen würde, während das Thüringer Viertel um 25 Prozent entlastet würde. " Aus Sicht der Hochschule gibt es eine verkehrstechnisch vertretbare Lösung für eine Einfahrt im Kürengrund." Das hatten aber mehrere Stadtratsmitglieder im Gespräch mit dem Tageblatt angezweifelt: Der Kürengrund zwischen Gaudlitz-Kreuzung und Scheuerfeld mit der Zufahrt zum Heimatring sei jetzt schon stark belastet. Eine weitere Ampel für die Abfahrt Hochschule vertrage der Kürengrund nicht, und ein Kreisverkehr sei keine Lösung.
Laut Birgit Weber bevorzugen die städtischen Ämter, dass entweder die bisherige Zufahrt über die Friedrich-Streib-Straße beibehalten wird oder eine am Studentenwohnheim vorbei zur Thüringer Straße geschaffen wird. Zuletzt seien Hochschule und staatliches Bauamt am 11. Dezember darauf hingewiesen worden, dass eine Zufahrt vom Kürengrund her "nicht gesichert ist".
Präsident Pötzls Schlussappell: "Ich plädiere eindringlich dafür, jetzt zunächst in aller Ruhe und ohne weitere öffentlichkeitswirksame Auftritte die Sachlage gemeinsam zu analysieren. Ich habe deshalb allen Fraktionen nochmals ein Gespräch angeboten. Auf dieser Grundlage bitten wir dann um eine zeitnahe Grundsatzentscheidung des Stadtrats, damit wir den Campus Friedrich-Streib-Straße weiter planen können. Ob mit neuer oder alter Zufahrt, sehen wir dann."