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Coburg
Installation

Coburger Geistliche betonen das gute Miteinander

Zwei evangelisch-lutherische Pfarrstellen in der Coburger Johanneskirche sind seit dem 5. Juli wieder ordentlich besetzt.
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Pfarrer Veit Röger wird von Dekan Andreas Kleefeld eingesegnet. Rechts von ihm ist seine Kollegin Pfarrerin Ulrike Schmidt-Rothmund.  Foto: Edwin Meißinger
Pfarrer Veit Röger wird von Dekan Andreas Kleefeld eingesegnet. Rechts von ihm ist seine Kollegin Pfarrerin Ulrike Schmidt-Rothmund. Foto: Edwin Meißinger
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Seit etwa zwei Jahren wirkte Pfarrer zur Anstellung Veit Röger in der Johanneskirche. Seit Oktober 2019 ist an der ersten Pfarrstelle Pfarrerin Ulrike Schmidt-Rothmund in St. Johannes anzutreffen. Beide wurden am vergangenen Sonntag mit einem Festgottesdienst offiziell in ihre Pfarrstellen eingeführt. Wie der Coburger Dekan Andreas Kleefeld betonte, gehöre es sich und sei eine gute Sitte, bei der Anstellung eines Pfarrers oder einer Pfarrerin auf Lebenszeit dies besonders mit einem Gottesdienst zu würdigen.

Schmidt-Rothmund berichtete im Vorfeld, dass sie sich sehr darauf freue, etliche Gemeindemitglieder künftig näher kennenzulernen. Bisher sei es ihr noch nicht so möglich gewesen. Jedoch habe sie schon in der ökumenischen Arbeit mit den katholischen Kollegen im Seniorenheim St. Josef zusammenarbeiten dürfen. Einer ihrer Lieblingsbibelverse stehe im Buch des Propheten Jesaja. Da heiße es: "Da wird der Wolf beim Lamm wohnen und der Panther beim Böcklein lagern. Kalb und Löwe werden miteinander grasen, und ein kleiner Knabe wird sie leiten." Sie hoffe darauf, dass viele Menschen in diesem Zeichen der Toleranz und Akzeptanz in der Johanneskirche zusammenkommen werden und ohne Angst zusammen feiern werden.

Ehepartner sind ebenfalls Pfarrer

Ulrike Schmidt-Rothmund wuchs in einer Pfarrersfamilie in Ruppertsgrün auf. 2004 bis 2006 studierte sie in Würzburg im Magisterstudiengang Volkskunde mit den Nebenfächern Germanistik und Evangelische Theologie. Von 2006 bis 2014 studierte sie Evangelische Theologie in Göttingen und Berlin. Als Vikarin ging sie von September 2014 bis Februar 2017 nach Nürnberg-Worzelsdorf. Darüber hinaus absolvierte sie eine Weiterbildung zur Psychosozialen Notfallversorgung in der Notfallseelsorge der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Seit Juni dieses Jahres arbeitet Schmidt-Rothmund in der ökumenischen Notfallseelsorge des Dekanats mit. Sie ist verheiratet mit Pfarrer David Rothmund, die Familie lebt in Coburg.

Pfarrer Veit Röger ist verheiratet mit Pfarrerin Simone Röger. Sie haben zwei Kinder. Pfarrer Röger kam 2018 nach St. Johannes und widmete sich unter anderem der sozialen Stadtteilarbeit. Als eine seiner Lieblingsbibelstellen für die Arbeit in Coburg nahm er Bezug auf 2. Timotheus 1,7: "Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit." Momentan befindet sich seine Frau in Elternteilzeit. Gemeinsam werden sie sich ab September die 1. Pfarrstelle teilen.

Voneinander lernen

Dekan Andreas Kleefeld und die Mitglieder des Kirchenvorstands segneten Pfarrerin Schmidt-Rothmund und Pfarrer Röger unter Handauflegung. Gemeinsam sangen die Gemeindeglieder einige ermutigende Kirchenlieder, sprachen das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis. Anschließend hielten die beiden Hauptpersonen eine Dialogpredigt. Anhand eines Bibeltextes kamen die beiden neu installierten Pfarrer zur Erkenntnis, dass man voneinander lernen könne und müsse. Dies betreffe die gesamte Kirchengemeinde.

Nach dem Festgottesdienst überbrachte Pfarrerin Gabriele Töpfer im Namen der evangelischen Pfarrer aus Coburg und Umgebung die besten Grüße und Glückwünsche. Von der katholischen Kirche gratulierte Ralph Walta. Thomas Nowak sprach in seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des Kirchenvorstandes und als Dritter Bürgermeister der Stadt Coburg ein Grußwort und überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters Dominik Sauerteig. Als Geschenk sah er eine Kennenlern-Tour durch Coburg als nicht mehr sinnvoll an, auch eine Bratwurst auf dem Marktplatz entfalle, da Pfarrer Röger Vegetarier sei. So kam Nowak auf die Idee, die neuen Pfarrer samt Familie an einem sonnigen Tag zum Eisessen auf den Marktplatz einzuladen. Dies wurde dann auch gleich mit einem begeisterten "Danke!" quittiert.