Die Coburger Freien Demokraten haben ihren Vorschlag zum Ausbau des Weichengereuths nochmals in die Diskussion gebracht. Am Pfingstmontag verbreitete Jens Uwe Peter, stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP, eine Pressemitteilung, mit der er auf Kritik der Industrie- und Handelskammer Coburg und der Firma Brose reagierte und an einen Antrag des FDP-Stadtrates Hans-Heinrich Eidt erinnert. Wie berichtet, hat der Stadtrat in seiner Sitzung im April den schon einmal geforderten und mittlerweile auch geplanten vierspurigen Ausbau des Weichengereuths zwischen der Frankenbrücke und der Kläranlage mehrheitlich abgelehnt. Rund 21 Millionen Euro, so die Planungen des Staatlichen Bauamtes Bamberg, hätten die Arbeiten an dem rund 1600 Meter langen Teilstück der Bundesstraße 4 gekostet. In der jüngeren Vergangenheit hatten sich Anwohner vehement gegen vier Fahrspuren im Weichengereuth ausgesprochen.

Einen Ausbau "light" präferiert die FPD: zwei statt vier Fahrspuren für den Autoverkehr auf einer "geringfügig verbreiterten Straße". Genutzt werden solle dafür ein Teil des Bahngeländes, ohne "aber die Vorgärten der Anwohner abzurasieren".

Die breitere Straße kann nach Ansicht der FDP neu aufgeteilt werden: Ein breiterer Gehweg, verknüpft mit einem getrennten Radweg (in beide Richtungen) auf der Straßenseite gegenüber des Bahngeländes erhöhe die Attraktivität sowie die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger. Die Fahrbahn könne dann ebenfalls verbreitert werden und an den vom Straßenbauamt bemängelten Gefahrenstellen (Einmündungen am Ahorner Berg und an der Samuel-Schmidt-Straße) könnten Linksabbieger-sowie Einfädelspuren gebaut werden. "Somit wird der Verkehrsfluss, wie von IHK und Brose gefordert, deutlich verbessert", heißt es in der FDP-Pressemitteilung. Darüber hinaus benötige das Konzept keine Ampelschaltung und würde damit wesentlich weniger Rückstau erzeugen als das vom Straßenbauamt vorgelegte Papier, heißt es vonseiten der Liberalen. Verbesserungen könnten selbstverständlich noch erfolgen.

In den Bundesverkehrswegeplan

Weiter hatte FDP-Stadtrat Hans-Heinrich Eidt per Antrag gefordert, auch den zweispurigen Ausbau des Weichengereuths in den Bundesverkehrswegeplan zu bringen. Das sei nötig, da das Weichengereuth eine Bundesstraße ist und somit der Bund die Kosten tragen würde. "Der südliche Stadteingang ist im Weichengereuth in die Jahre gekommen, so dass dringender Sanierungsbedarf besteht. Dies schließt die Sanierung der Brücke in der Wassergasse und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn auch die Sanierung der parallel verlaufenden Bahnbrücke ein, um neben einem Kfz-Begegnungsverkehr auch Fuß- und Radverkehr auf sichere Weise zu ermöglichen", schrieb Eidt. Weiter wären die Kosten niedriger und die Grundstücke der Anwohner nicht beeinträchtigt.

Unabhängig von einem eventuellen Straßenbau solle die Bahn ein zweites Durchgangsgleis zum Coburger Bahnhof errichten.

Aus dem Staatlichen Bauamt Bamberg wird Skepsis signalisiert. Vor einigen Jahren habe es Pläne gegeben, das Weichengereuth zu einer dreispurigen Straße umzubauen. "Diese Variante hat es damals nicht in den Bundesverkehrswegeplan geschafft", erinnert Stefan Arneth. Erst der vierspurige Ausbauplan sei vor vier Jahren als dringlich in dem Verkehrswegeplan bewertet worden, so der Planer.

Die Stadt Coburg wird die Aspekte des Stadtratsantrags "an die Bundes- und Landespolitik sowie die maßgeblichen staatlichen Stellen herantragen. Ob dies dann zu einer entsprechenden Planung der zuständigen staatlichen Stellen und einer Mittelbereitstellung beiträgt, bleibt abzuwarten", heißt es aus dem Rathaus. Weiter verweist Stadt-Pressesprecherin Bianca Haischberger auf die Zuständigkeit des Staatlichen Bauamtes.