Der Beschluss im Stadt-Vorstand fiel einstimmig, im Landkreis gab es eine Gegenstimme, berichtete am Sonntag Kreisvorsitzender Martin Mittag: René Bold, Vorsitzender des CSU-Kreisverbands Coburg-Stadt, soll als Direktkandidat zur Bundestagswahl antreten.

Am Freitag hatte Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach erklärt, dass er nicht mehr kandidieren wolle. Seit 2002 hatte der heute 71-Jährige das Direktmandat im Wahlkreis Coburg-Kronach inne. Für seine Nachfolge hatte es zwei Bewerber gegeben, über die "intensiv und offen" diskutiert wurde, wie der Stadt-CSU-Vorstand mitteilt. Neben Boldt hatte sich der frühere stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands Coburg-Stadt, Michael Schulz, beworben. "Mit René Boldt haben wir einen hochqualifizierten Kandidaten, der Verantwortung übernimmt, auch wenn's schwierig wird", wird Coburgs zweiter Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende der CSU im Coburger Stadtrat, Hans-Herbert Hartan, zitiert.

Der 47-jährige Anwalt René Boldt ist seit 2017 Kreisvorsitzender der CSU Coburg-Stadt. Im März wurde er nach sechsjähriger Pause wieder in den Coburger Stadtrat gewählt. Den Ortsverband Coburg-Süd führt er seit 2015. Boldt, verheiratet und Vater von drei Töchtern, ist vielfach ehrenamtlich engagiert: Stellvertretender Vorsitzender des Bürger- und Heimatverein Creidlitz, Beisitzer (Verkehrsrecht) im Vorstand der Kreisverkehrswacht Coburg, Pate des Hospiz für Coburg. Zudem ist er nach eigenen Angaben Mitglied in zahlreichen Vereinen, unter anderem bei den Förderern der Coburger Landesstiftung, der Coburger Tafel und dem VdK.

Nominiert wird der Bundestagskandidat der CSU in der Bundeswahlkreiskonferenz, in der Delegierte aus den drei CSU-Kreisverbänden Coburg-Stadt, Coburg-Land und Kronach sitzen. Die Kreisvorstände sprechen lediglich eine Empfehlung aus. Der CSU-Ortsverband Kronach hat sich bereits für den JU-Bezirksvorsitzenden Jonas Geissler (36) als Bundestagskandidaten ausgesprochen.

Allerdings hatten bislang die beiden Coburger Kreisverbände die Mehrheit in der Bundeswahlkreiskonferenz. Traditionell erhalte der Kreisverband Coburg-Stadt bei der Bundestagswahl das Vorschlagsrecht, sagte Mittag.