"Wie weit Korrektur und Bewertung von Abituraufgaben an diesem Gymnasium angemessen sind, wird derzeit aufgrund von Informationen, die dem Kultusministerium vorliegen, intensiv fachlich und rechtlich überprüft", heißt es in einer Stellungnahme des Kultusministeriums, die der Redaktion vorliegt.

Heikle Angelegenheit

Die heikle Angelegenheit sorgt seit Tagen in Coburg für Gesprächsstoff. Nicht nur in Schülerkreisen, auch innerhalb der Lehrerschaft wird gemunkelt, dass die Abiturnoten am Casimirianum von Oberstudiendirektor Burkhardt Spachmann in der Endkorrektur geschönt wurden. Wie zu hören war, soll es sich dabei um Punktkorrekturen gehandelt haben, die bei den betroffenen Fachlehrern auf Unverständnis stießen. Informationen zufolge sollen sich einige Lehrer deshalb sogar dazu entschlossen haben, sich über ihren eigenen Direktor beim Kultusministerium zu beschweren.

Derzeit liegt keine offizielle Beschwerde vor

"Es liegt keine Beschwerde gegen eine Lehrkraft oder die Schulleitung beim Kultusministerium vor", schreibt der Pressesprecher vom Kultusministerium Ludwig Unger.

In der Stellungnahme heißt es weiter: "Die Situation wäre, wenn sich ein unerlaubter Eingriff in Prüfungsablauf beziehungsweise Prüfungsbewertung herausstellen sollte, ein Einzelfall in Bayern.

Auf die Vorwürfe angesprochen, verweist Burkhardt Spachmann im Telefonat auf das Kultusministerium. Er dürfe nichts dazu sagen. Das sei Sache des Ministeriums.

Abi-Noten bleiben fest

Und von dort heißt es weiter: "Unabhängig von der fachlichen Überprüfung genießen die Schüler für ihre Leistungen Vertrauensschutz." Konkret bedeutet das, dass egal, was die Überprüfung ergibt, sich an den Abiturnoten nichts ändert. Den Schülern wird zugesichert, dass die Note ihrer Prüfungsarbeit erhalten bleibt, die ihnen im Zeugnis attestiert wurde.

"Ob rechtliche Konsequenzen zu ziehen sind, lässt sich erst nach einer genauen Untersuchung des Sachverhalts festlegen", schreibt der Pressesprecher im Hinblick auf die Folgen für den Direktor.

Der hatte bei der diesjährigen Entlassfeier der Abiturienten stolz verkündet: "Zwei Drittel des großen Casimirianum-Jahrgangs von 86 Abiturientinnen und Abiturienten haben ein gutes oder sehr gutes Abitur mit einer Eins vor dem Komma."

86 Abiturientinnen und Abiturienten seien ein Beleg für das "Erfolgsmodell Einführungsklasse" am Casimirianum. Herausforderungen seien Ansporn und zugleich ein Grundprinzip, das erfolgreiche Abiturienten auszeichne. In diesem für das Casimirianum denkwürdigen Abiturjahrgang 2013 zeige sich summa summarum, das der Pädagoge die Schüler in den Mittelpunkt rücke. "Wir am Casimirianum stehen verlässlich für gymnasiale Bildung, die muss man sich allerdings erarbeiten", beteuerte Spachmann.