Coburg
Emissionshandel

"Dramatische Kostensteigerung" in der Müllentsorgung: Fränkischer Verband schlägt Alarm

Ab 2023 soll der Emissionshandel weiter ausgeweitet werden. Der Zweckverband für Abfallwirtschaft in Nordwest-Oberfranken (ZAW), der unter anderem zuständig für die Abfallentsorgung in Coburg zuständig ist, äußert starke Bedenken an dieser Entscheidung.
Coburg: ZAW warnt vor "dramatischen Kostensteigerungen" in der Müllentsorgung - Verband schlägt Alarm
Müssen Kunden bald deutlich mehr für die Müllentsorgung zahlen? Der zuständige Abfallverband für Coburg und die Region stellt eine düstere Prognose auf. Foto: Jack Blueberry/Unsplash (Symbolbild)
  • Coburg: ZAW kritisiert Ausweitung des Emissionshandels
  • Abfälle sind "einfach da": ordnungsgemäße Entsorgung weiter alternativlos
  • CO2-Bepreisung "nicht sachgerecht": Entsorger ohne Einfluss auf Müllmenge
  • "Nicht vertretbar": Verband gegen Kostensteigerungen für Privathaushalte

Wie das Bundeskabinett bereits im Juli beschlossen hat, soll der nationale Emissionshandel ab 2023 auf die Verbrennung von Siedlungsabfällen ausgeweitet werden. Der Zweckverband für Abfallwirtschaft in Nordwest-Oberfranken (ZAW) äußerte jetzt in einer Pressemitteilung Sorgen im Hinblick auf die Auswirkungen dieser Regelung auf die Abfallwirtschaft und letztlich auch auf die Bürgerinnen und Bürger.

"Nicht vertretbar": Kritik an zusätzlicher Belastung von Privathaushalten - Müllverband besorgt

"Bei der CO2 -Bepreisung von Brennstoffen wie Öl oder Gas geht es vorrangig darum, die Suche nach weniger klimaschädlichen Alternativen zu fördern", teilt der Verband mit. Da Abfälle im Unterschied dazu aber nicht gezielt produziert werden, um als Brennstoff verwendet zu werden und Energie zu erzeugen, sondern bei Produktion und Konsum unweigerlich anfallen, bleibe eine ordnungsgemäße und schadlose Entsorgung auch weiterhin alternativlos.

Abfälle seien "einfach da und müssen ordnungsgemäß beseitigt werden". Hier eine CO2-Bepreisung anzusetzen, sei laut ZAW "nicht sachgerecht". Außerdem treffe diese Bepreisung die Betreiber der Abfallentsorgungsanlagen, die aber keinerlei Möglichkeiten haben, die eingesetzte Abfallmenge zu verringern. "Einen Einfluss auf die Abfallmenge hätte allein der Abfallerzeuger, also die Bürgerinnen und Bürger als Konsumenten oder die Gewerbebetriebe", heißt es in der Pressemitteilung.

"Wenn die Abfallentsorgung durch die CO2 -Bepreisung verteuert wird, müssen sie dies letztlich über die Müllgebühren tragen", heißt es weiter. Privathaushalte sähen sich demnach ab 2023  mit "dramatischen, kaum noch zu schulternden Kostensteigerungen" konfrontiert. Und das sei "besonders in der aktuellen Situation nicht vertretbar", so der ZAW.