• Schock in Coburg: SÜC kündigt Gasverträge - etliche Haushalte betroffen
  • Energieversorger mit drastischer Preiserhöhung - und düsterer Prognose
  • Für Kunden-Großteil: Städtisches Unternehmen rechnet mit "Verdreifachung des Gaspreises"
  • "Ende der Preisspirale nicht in Sicht": SÜC bezieht Stellung zu Energiekrise

In Coburg dringen die Gaspreise in astronomische Sphären vor. Die SÜC, das Energieversorgungsunternehmen der Stadt Coburg, geht bei einem Großteil seiner Kunden von einer "Verdreifachung des Gaspreises" aus." Zahlreichen Haushalten hat die SÜC indessen die Gasverträge gekündigt - der neue Preis dürfte bei vielen Menschen einen Schock auslösen.

"Nie dagewesene Preissteigerungen": SÜC reagiert auf Energiekrise - Gas in Coburg wird teurer

Wie die SÜC in einer Pressemitteilung erklärt, erlebe die Energiebranche aktuell "nie dagewesene Preissteigerungen". Demnach haben sich die Gaspreise an der Börse dem Vorjahr gegenüber verzehnfacht. Sei die Megawattstunde Gas am 15. August 2021 noch zum Preis von 23 Euro erhältlich gewesen, habe man ein Jahr später "satte 212 Euro" dafür bezahlen müssen. "Und ein Ende der Preisspirale ist derzeit nicht in Sicht", lautet die düstere Prognose des Coburger Energieversorgers.

"Preisschwankungen von bis zu 15 Prozent innerhalb eines Tages sind an der Börse keine Seltenheit mehr und machen die Beschaffung für die Versorger noch schwieriger." Hinzu komme, dass immer weniger Lieferanten überhaupt noch Gas liefern, beziehungsweise importieren könnten. Die aktuellen Schwierigkeiten am Energiemarkt, ausgelöst durch die Folgen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs, stellen den Coburger Versorger laut eigenen Angaben vor große Herausforderungen.

Bislang habe die SÜC "durch eine vorausschauende Beschaffung" ihren Kunden auch über längere Zeiträume "günstige und stabile Preise" gewährleisten können, heißt es vonseiten des städtischen Unternehmens. "Wir versuchen auch weiter langfristig einzukaufen, um die Preisexplosion etwas abzumildern", so SÜC-Vertriebsleiter Stefan Hafner. "Dennoch müssen sich unsere Kunden auf Preisanpassungen einstellen." Und die haben es der Mitteilung zufolge durchaus in sich.

"Aktuell rechnen wir mit einer Verdreifachung des Gaspreises bei einem Großteil unserer Kunden"

So habe die SÜC erst vor wenigen Tagen einem Viertel ihrer Gaskunden zum 1. Oktober 2022 eine "deutliche Preiserhöhung" ankündigen müssen, teilt der Versorger mit. "Es handelte sich dabei um einen Langfristvertrag mit einem Gaspreis aus dem Jahr 2020", heißt es in der Pressemitteilung. Die Verträge, die diesen alten Tarif beträfen, seien gekündigt worden, erklärt eine SÜC-Sprecherin inFranken.de auf Nachfrage. Die Vertragskündigung und der neue Gaspreis dürften manchem Coburger spätestens jetzt Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

"Die von der Regierung zuletzt beschlossenen Gasumlagen gemäß Energiesicherungs- und Energiewirtschaftsgesetz machen in Summe 2,478 ct/kWh netto aus und müssen in die Preise einkalkuliert werden", erläutert die SÜC. Darüber hinaus verteuere sich auch die Bilanzierungsumlage von derzeit 0 ct/kWh auf 0,57 ct/kWh netto. "Aktuell rechnen wir mit einer Verdreifachung des Gaspreises bei einem Großteil unserer Kunden", hält Hafner fest.

Je nach Vertragskonstellation würden betroffene Abnehmer schriftlich über die Preisänderungen informiert. Ob diese Anpassungen zum 1. November oder 1. Dezember 2022 erfolgen, werde derzeit von der SÜC noch geprüft, heißt es. Sobald die von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag (18. August 2022) angekündigte Senkung der Mehrwertsteuer beim Gas von 19 auf 7 Prozent umgesetzt werde, gebe die SÜC dies "natürlich eins zu eins" an die Gaskunden weiter, kündigt der Energieversorger an.

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