Geliebte getötet und verscharrt: Mann (30) muss lange ins Gefängnis - sie erstickte am eigenen Blut

3 Min
Urteil im Fall Natalia
Bei der Absuche eines Waldstücks in Wüstenahorn fand die Polizei die Leiche von Natalia. Knapp ein Jahr später wurde der Täter vom Landgericht Coburg zu elf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt.
Urteil im Fall Natalia
NEWS5/Fricke | Jochen Berger

Im Mai 2022 wurde die vermisste 28-jährige Natalia aus Bad Rodach tot in einem Waldstück aufgefunden. Am Dienstag wurde der Angeklagte wegen Totschlags zu einer langen Haftstrafe verurteilt.

  • Landgericht Coburg: Urteil im Fall Natalia gefallen
  • Getötete soll sexuelle Beziehung mit Angeklagten gehabt haben
  • Junge Frau in Kleingartenanlage erstickt - Täter muss 11 Jahre ins Gefängnis

Der Fall Natalia geriet am 17. Mai 2022 durch eine Vermisstenfahndung an die Öffentlichkeit. Am 23. Mai 2022 wurde die Leiche der 28-Jährigen schließlich in einem Waldstück in der Nähe des Wolfgangsees im Coburger Stadtteil Wüstenahorn gefunden. Gut elf Monate später ist am Dienstag (09. Mai 2023) am Landgericht Coburg ein Urteil gegen den Täter gefallen.

Update 09.05.2023, 16.10 Uhr: Prozess im Fall Natalia - Täter bekommt lange Haftstrafe

Weil er seine Geliebte getötet hat, ist ein Mann vom Landgericht Coburg wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt worden. Dies teilte ein Sprecher des Gerichts am Dienstag mit. Die Richter sahen es den Angaben zufolge als erwiesen an, dass der 30-Jährige die damals 28 Jahre alte Frau im Mai des vergangenen Jahres bei einem Streit getötet hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der verheiratete Angeklagte hatte zu Prozessbeginn ein Teilgeständnis abgelegt und geschildert, wie er über längere Zeit eine Affäre mit der Frau aus Bad Rodach in Oberfranken geführt hatte. Bei einem Streit in einer Gartenlaube habe er der 28-Jährigen "mit aller Kraft" einen Schlag versetzt, habe sie aber nicht töten wollen, gab der Mann in einer Erklärung vor Gericht an.

Der Fall hatte im vergangenen Jahr für größere Aufmerksamkeit gesorgt, da die Frau zunächst als vermisst galt. Mit einem Hubschrauber, Tauchern und Spürhunden hatte die Polizei im Frühjahr 2022 tagelang nach ihr gesucht. Nach rund zwei Wochen wurde die Leiche der Frau bei dem See bei Coburg gefunden. Wenige Stunden danach hatte die Polizei den nun verurteilten Mann festgenommen.

Update 25.04.2023, 11.20 Uhr: Prozess im Fall Natalia - Angeklagter gesteht Tat teilweise

Im Prozess um die Tötung einer jungen Frau in Oberfranken hat der Angeklagte vor dem Landgericht Coburg ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Vor dem Landgericht Coburg schilderte der Mann am Dienstag, wie er mit der 28-Jährigen aus Bad Rodach (Landkreis Coburg) über längere Zeit eine Affäre gehabt hatte. Zeitweise habe er wegen der Affäre auch seine Ehefrau und Kinder verlassen. In einer Stellungnahme vor Gericht warf der Pole der 28-Jährigen nun vor, ihn gestalkt und wiederholt bedrängt zu haben.

Seinen Angaben nach wollte der Mann im Frühjahr 2022 wieder mit seiner Familie leben. In einer Gartenlaube in Coburg sei es im Mai 2022 deshalb zu einem Streit gekommen, bei dem er der Frau "mit aller Kraft" einen Schlag versetzt habe. Die 28-Jährige habe sich danach den Hals gehalten und nach Luft gerungen. Als die Frau tot war, brachte der Angeklagte ihre Leiche seinen Angaben nach mit Hilfe des Autos der Frau zu einem Waldstück nahe eines Sees bei Coburg. Dort vergrub er sie.

Als Grund für sein Handeln gab der Angeklagte an, dass es unmittelbar zuvor bei der Gartenlaube zu einer Konfrontation zwischen der 28-Jährigen und seiner Frau gekommen sei. Er habe Angst um seine Frau, sein Kind sowie um die 28-Jährige gehabt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, die Frau "unter nicht näher aufgeklärten Umständen absichtlich ums Leben" gebracht zu haben. Die Frau sei durch Gewalt gegen den Kehlkopf an eingeatmetem Blut erstickt. Die Anklage lautet auf Totschlag.

Mit einem Hubschrauber, Tauchern und Spürhunden hatte die Polizei im Frühjahr 2022 tagelang nach der jungen Frau gesucht. Nach rund zwei Wochen wurde ihre Leiche bei dem See bei Coburg gefunden. Wenige Stunden danach hatte die Polizei den Mann festgenommen.

Zeugen hatten der Polizei damals gemeldet, das Auto der Frau zunächst bei dem Waldstück und später wieder im Heimatort der Vermissten gesehen zu haben. Der Angeklagte aus dem Raum Coburg sitzt seit Mai 2022 in Untersuchungshaft. Ein Urteil könnte Anfang Mai fallen.

Ursprungsmeldung: Prozess im Fall Natalia startet - Ex-Liebhaber wegen Totschlags angeklagt

Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um den ehemaligen Liebhaber der Getöteten handeln, wie Medien bereits Anfang des Jahres berichteten. Auf dem Areal eines Kleingartenvereins sollen sich die zwei schließlich am 11. Mai 2022 getroffen haben. Hierbei soll der Angeklagte mit einer derartigen Gewalt auf Natalia eingewirkt haben soll, dass sie schließlich erstickte

Eine Tauchergruppe und ein Polizeihubschrauber suchten im vergangenen Jahr am Wolfgangsee und den angrenzenden Wald- und Wiesenflächen nach der vermissten Frau, nachdem Zeugen ihr Auto nahe dem See gesichtet hatten.

Dem am Tag seiner Verhaftung 29 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, die Leiche nach der Tat in das vom mutmaßlichen Tatort wenige Kilometer entfernte Waldstück gebracht und dort verscharrt zu haben. Der Mann steht nun vor dem Landgericht Coburg. Die Anklage lautet auf Totschlag.