• Coburg: Verzweifelte Mutter sucht die "schönsten Erinnerungen" an ihre Kinder 
  • Während Umzug: Karton und Wäschekorb verschwinden einfach von Grundstück
  • "Augen nicht getraut": 51-Jährige kann den Verlust kaum fassen 
  • "Hoffnung stirbt zuletzt": Coburgerin will Suche aber nicht aufgeben 

Ulrike Greiner hatte sich eigentlich sehr gefreut auf den Umzug innerhalb Coburgs. Privat habe sie "schwere Jahre" hinter sich - die neue Wohnung gemeinsam mit ihrem elfjährigen Sohn, einer guten Freundin und deren Kind sollte ein Aufbruch in eine bessere Zeit sein, wie sie gegenüber inFranken.de erzählt. Doch dann der Schock: Als die dreifache Mutter am Sonntagnachmittag (22. Mai 2022) mit ihrem Auto weitere Dinge aus ihrer alten Bleibe holen will, sind ein Karton und ein Wäschekorb plötzlich vom Grundstück verschwunden. Darin: unersetzliche Erinnerungen und Erbstücke. 

Dreifache Mutter stellt Karton auf Grundstück in Coburg ab - plötzlich ist alles weg 

"Es muss zwischen 16 Uhr und 18.30 Uhr passiert sein", sagt Greiner. "Wir hatten schon die Tage davor - so gut es geht - Kartons und Wäschekörbe in den Pkw gepackt und zur neuen Wohnung gefahren." So sei es auch am vergangenen Sonntag gewesen. "Wir hatten zu viel gepackt und es ging nicht alles mehr ins Auto rein", so die 51-Jährige. Deshalb habe sie einen grauen Wäschekorb mit einem geklebten Henkel und einen braunen Karton ohne Haltegriffe auf dem Grundstück des Wohnhauses im Postweg 2a im Coburger Stadtteil Ketschendorf abgestellt. 

"Da waren Fotomappen mit Bildern meiner drei Kinder drin - das ging vom Baby-Alter bis zur vierten Klasse", so Greiner. Im Wäschekorb habe sich unter anderem ein Teeservice ihrer Großmutter befunden - ein Erbstück, wie sie betont. Von der Straße aus seien Karton und Wäschekorb nicht sofort einsehbar gewesen. "Man läuft nicht direkt vorbei, man muss schon den Kopf drehen, es war etwas weiter drin beim dortigen Parkplatz."

"Als wir wieder gekommen sind, haben wir uns gedacht, das darf doch nicht wahr sein. Wir haben unseren Augen nicht getraut, es war alles weg", erzählt die dreifache Mutter mit trauriger Stimme. Dann habe sie eine große Suchaktion gestartet - in Mülltonnen, in der Nachbarschaft, "wir waren sogar im Bereich der B4 an der Itz, haben alle Grünflächen abgeklappert". 

51-Jährige weiter auf der Suche nach den Bildern ihrer Kinder - ""Hoffnung stirbt zuletzt" 

"Wir dachten vielleicht, es hat jemand geklaut und dann hingeknallt". Doch von ihren "schönsten Erinnerungen" fehlt jede Spur. Die Polizei, bei der Greiner am Montag eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet habe, habe ihr wenig Hoffnung gemacht, erzählt sie. "Da haben sie schlechte Chancen, hieß es", so die 51-Jährige. Auch bei Facebook hatte sie einen Aufruf gestartet - und teils unschöne Antworten erhalten. "Das macht mich wirklich wütend, wenn dann jemand schreibt, ich sei selbst schuld und hätte Pech gehabt. Ich habe schließlich nichts direkt an eine Straße gestellt und auch keinen Zettel mit 'zu verschenken' dort angeklebt."

Das Ganze "bewegt meine Familie und mich ganz, ganz stark. Das macht mich so richtig fertig, das ist so traurig", sagt die dreifache Mutter. Sie könne einfach nicht verstehen, "dass sich da jemand bedient", betont Greiner - denn schließlich gehe es um Erinnerungsstücke, die vor allem von hohem persönlichem Wert sein, auch wenn die Alben selbst nicht ganz billig gewesen seien. "Wie kann man denn so dreist sein?" Die Frage, was jemand mit den Fotos ihrer Kinder wolle, beschäftigt die Coburgerin.

Aufgeben wolle sie die Suche trotz einer geringen Wahrscheinlichkeit auf Erfolg aber noch nicht. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt sie. Vielleicht habe jemand die Sachen ja auch nur "in Obhut genommen". Auch wenn jemand den Wäschekorb und den Karton gestohlen haben sollte, wünsche sie sich sehnlichst, dass diese Person sie vielleicht wieder zurückbringe. "Zumindest die Bilder der Kinder", sagt sie. 

Wer Hinweise zu dem verschwundenem Karton und dem Wäschekorb geben kann, wird gebeten, sich bei Ulrike Greiner per Mail zu melden. 

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