Coburg hat kein Sterne-Restaurant mehr - was jetzt mit dem Erscheinen des neuen "Guide Michelin" Gewissheit ist, war aber bereits abzusehen und auch kaum zu verhindern.

Rückblende: Im November 2010 war der damalige Küchenchef Stefan Beiter des damaligen Romantik-Hotels "Goldene Traube" erstmals mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet worden. Und er konnte diesen Stern auch immer wieder verteidigen. Anfang 2016 verließ Beiter die "Traube" - doch weil der nächste "Guide Michelin" erst wieder im Herbst erschien, durfte das Romantik-Hotel mit seinem Gourmetrestaurant "Esszimmer" den Stern vorerst behalten.

"Bayerns jüngster Sternekoch"

Anschließend startete der neue "Traube"-Küchenchef Steffen Szabo voll durch: Er überzeugte die renommierten Restaurantkritiker derart, dass die "Traube" und ihr "Esszimmer" auch im nächsten "Guide Michelin" mit einem Stern gelistet wurden. Und Steffen Szabo durfte sich fortan "Bayerns jüngster Sternekoch" nennen. In den darauffolgenden Ausgaben des Restaurantführers, die im Herbst 2017 und im Herbst 2018 erschienen, verteidigte Szabo den Stern.

Ende 2018 wurde bekannt, dass die bisherigen "Traube"-Eigentümer Barbara und Bernd Glauben ihr Hotel verkauft haben - und kurz später teilte Steffen Szabo mit, Coburg zu verlassen. Ähnlich wie beim Übergang Beiter/Szabo behielt das Hotel den Stern aber vorerst - oder zumindest bis zum Erscheinen des neuen "Guide Michelin". Planmäßig wäre das im Herbst 2019 gewesen.

Auswahl bereits im Februar

Doch ausgerechnet 2019 erfolgte die neue Klassifizierung des renommierten Restaurantführers statt im Herbst bereits im Februar. Und der neue Betreiber der "Traube", die Dormero-Kette, hatte bereits zum Jahreswechsel erklärt, so schnell wohl keinen neuen Sternekoch nach Coburg lotsen zu können.

Und so ist es nun also auch gekommen.

Aber wie geht's weiter? In einem Interview mit dem Coburger Tageblatt hatte der Pressesprecher der Dormero-Kette, Tobias Graf, im Januar erklärt, dass der nationale Dormero-Küchendirektor André Haufler bereits "in den letzten Zügen" sei, um einen einen "tollen Küchenchef" zu finden.