Coburg
Auftritt

Coburg feiert seine Chöre

Wie das umjubelte Auftaktkonzert des Chorfestes Coburg im Kongresshaus eine klingende Brücke baut zwischen Sängern und ihrem Publikum.
Chorgesang macht Spaß: Der Hochschulchor "Die Klangfänger" beim Auftaktkonzert des Chorfestes Coburg im Kongresshaus. Foto: Jochen Berger
Chorgesang macht Spaß: Der Hochschulchor "Die Klangfänger" beim Auftaktkonzert des Chorfestes Coburg im Kongresshaus. Foto: Jochen Berger
+34 Bilder
} } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } } }
Erfrischend bunt ist Coburgs Chorlandschaft - und reichlich gesegnet mit sehr guten Stimmen. Das bewies das offizielle Eröffnungskonzert des Chorfestes Coburg im bestens besuchten Kongresshaus, das zur umjubelten Leistungsschau geriet.


Vier "herausragende Chöre" hatte Günter Freitag als Vorsitzender des Sängerkreises Coburg-Kronach-Lichtenfels dem Publikum angekündigt - und genau das bekamen die ausdauernd applausfreudig gestimmten Zuhörer geboten.


Unverwechselbares Profil

Mehr noch: Jeder der vier Chöre beeindruckte nicht nur durch sein Leistungsvermögen, sondern auch durch die jeweils ganz besondere Art des Vortrags, durch den besonderen Charakter. Denn jeder der vier Chöre dieses Abends zeigte ein ganz und gar unverwechselbar eigenes Profil.


Der vom Sängerkreis getragene Projektchor "Ziemlich beste Stimmen" hat sich in den wenigen Jahren seines Bestehens profiliert als leistungsfähiger Kammerchor, der sich bevorzugt anspruchsvoller A-cappella-Literatur widmet. Unter der jederzeit souveränen Leitung von Carolin Heckel beeindruckte dieser Chor mit seinen knapp zwei Dutzend Stimmen durch seine Fähigkeit, die fein differenzierten gestalterischen Impulse seiner Dirigentin präzis umzusetzen in jederzeit ausgewogenen, abgerundeten Klang zu verwandeln.


Feinsinnig gestaltet

Von der zeitgenössischen Motette "Cantate Domino" von Vytautas Miskinis bis zum Liedsatz des schwedischen Komponisten David Wikander spannte sich das Repertoire. Beeindruckend, wie subtil dieser Chor dynamische Abstufungen hörbar werden ließ.


Der 2006 von Antoinetta Bafas gegründete Chor "Unerhört" demonstrierte seinen frischen, tragfähigen und homogenen Klang mit einer Auswahl bekannter Melodien - von "Gabrielas Lied" aus dem Film "Wie im Himmel" bis zu einem Medley aus der Filmmusik zu "Forrest Gump". Antoinetta Bafas ist eine Chorleiterin mit dem Talent, ihren Chor zu ausdrucksvollem Singen anzufeuern, ohne dabei die Präzision aus dem Blick zu verlieren.


Viele Fans

Ähnlich viele Fans wie der in großer Besetzung angetretene Chor "Unerhört" besitzt das "Vocalensemble Coburg", das erst vor zwei Wochen mit seiner doppelt ausverkauften Show-Gala in Bad Rodach begeisterte. Das "Vocalensemble" präsentierte unter Steffi Bergs Leitung Ausschnitte aus diesem Programm - dargeboten in jener Mischung aus witzig choreografierter Show und frischem, schwungvollem Gesang, die typisch sind für dieses Ensemble. Michael Jacksons "Black or white" oder "Engel" von Rammstein, "Let's got loud" von Jennifer Lopez oder Helene Fischers "Phänomen" - für jeden Titel erntete das "Vocalensemble" tosenden Beifall.


Vielstimmiger Background-Chor

Unwechselbar auch der Coburger Hochschulchor "Klangfänger" mit seinem Leiter Moritz Metzner, der den Abschluss des Abends gestaltete. Ausschnitte aus dem Programm "Elemente", das beim "Design Campus open" vor einigen Wochen in der Aula der Hochschule begeistert gefeiert wurde, zogen auch im Kongresshaus die Zuhörer unwiderstehlich in Bann. Wie dieser Chor die eigene Begeisterung in Klang, in musikalische Energie verwandelt, beeindruckte auch das altersmäßig bunt gemischte Publikum im Kongresshaus, das beim abschließenden "Earth Song" von Michael Jackson als vielstimmiger Background Chor überzeugte.


Klar, dass der Abend - von Jens-Uwe Peter (Vorsitzender der Sängergruppe Fränkische Krone) informativ moderiert - nicht ohne Zugabe zu Ende gehen konnte. Und diese Zugabe war ein klingendes Bekenntnis zum Volkslied: "Wahre Freundschaft soll nicht wanken". Angestimmt von allen vier Chören des Abends klang dieses Volkslied freilich gar nicht altmodisch, sondern regelrecht verwandelt - frisch und lebendig, wie ein Versprechen für eine erfolgreiche Zukunft des Chorgesangs in Coburg.