Der Circus Krone wird von Montag, 31. Oktober 2022, bis Mittwoch, 9. November 2022, auf dem Ketschenanger in Coburg gastieren. Das hat der Verwaltungssenat der Stadt Coburg am Montag entschieden - und zwar denkbar knapp mit 5:3 Stimmen. Für Kritik sorgt immer wieder, dass der Circus Krone auch Wildtiere wie Löwen, Tiger und Elefanten in der Manege auftreten lässt.

Allen voran hatte sich sogar Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) explizit gegen ein Gastspiel ausgesprochen. Er bezeichnete die Wildtierhaltung in einem Zirkusbetrieb als "aus der Zeit gefallen".

"Besser als manchem Menschen": Coburger Ex-OB mit deutlichem Statement

Sein Amtsvorgänger und Parteifreund Norbert Tessmer sah das anders. Er habe in der Vergangenheit schon mehrmals persönlich "hinter die Kulissen" schauen können und sei deshalb der Meinung: "Den Tieren beim Circus Krone geht es besser als manchem Menschen."

Gegen das Krone-Gastspiel stimmten außer dem OB auch noch Melanie Becker (Grüne) und Klaus Klumpers (ÖDP).

Für das Krone-Gastspiel stimmten Norbert Tessmer und Thomas Nowak (beide SPD), Barbara Kammerscheid und Roland Eibl (beide CSU) sowie Jürgen Heeb (Pro Coburg).

Heftige Kritik an Circus Krone-Gastspiel: Coburg "fortschrittliche Stadt"

Die Grünen-Politikerin Becker hatte bereits im Vorfeld der Abstimmung mit klaren Worten ihre Ablehnung kundgetan. "Tiere sind nicht zu unserer Unterhaltung und Belustigung da, sie haben Rechte, Gefühle und Angst - genau wie wir", schrieb sie auf Facebook. Coburg sei "eine moderne und fortschrittliche Stadt sind, in der wir Tiere achten und respektieren". Die Tierschutzorganisation Peta kritisiert den berühmten Circus Krone seit Jahren heftig.

"Seit seinen Ursprüngen als Tierschau im Jahr 1872 basiert das Geschäftsmodell des Zirkus auf der Ausbeutung, Erniedrigung und Freiheitsberaubung von Lebewesen zu Profitzwecken", heißt es auf der Peta-Website. Die Organisation verweist unter anderem auf die Staatsanwaltschaft München, die 2020 festgestellt haben soll, wie zwei Löwinnen und ein Tiger während des Trainings von einem Dompteur mit Peitsche und Stock geschlagen worden seien. Das Verfahren sei aber eingestellt worden. 

Der Circus Krone selbst spricht von sich als einem der "besten kontrollierten tierhaltenden Betriebe in Deutschland". Man halte sich stets an alle Auflagen und ergreife darüber hinaus weitergehende Maßnahmen, die laut Zirkus dem Tierwohl dienen. Dazu gehörten luftgefederte Spezialtransporter, eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung und "ausgesuchtes Futter"

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