Budenzauber mit Mindestabstand hinter Absperrzäunen? Maskenball am Glühweinstand? Der Coburger Weihnachtsmarkt findet statt. Doch wie, das entscheidet der Stadtrat am Donnerstag.

Was das Bayerische Wirtschaftsministerium am Dienstag bekanntgegeben hat, macht vielen Weihnachtsmarkt-Fans Hoffnung auf eine glühweinselige Adventszeit: Es soll keine generelle 3G- und Maskenpflicht geben, keine Umzäunung der Marktfläche und kein Ausschankverbot von Alkohol. "Das aktuelle Rahmenkonzept ermöglicht die Durchführung der beliebten Märkte ohne größere Einschränkungen", heißt es am Dienstag aus dem Ministerium.

Doch die Betonung liegt auf "generell". Wirtschafts- und Gesundheitsministerium stecken den Rahmen ab, die genauen Regeln sollen aber jeweils die Kommunen festlegen, in denen die Märkte stattfinden. "Der Spielraum für die jeweilige Kommune ist nicht nur vom aktuellen Infektionsgeschehen abhängig, sondern auch von der stark unterschiedlichen Ausgestaltung der Weihnachtsmärkte, etwa in Bezug auf ihre Größe oder die örtliche Lage ", erläutert Pressesprecher Thomas Assenbrunner vom Wirtschaftsministerium.

Was dieser Regel-Rahmen für den Coburger Weihnachtsmarkt konkret bedeutet, muss der Stadtrat am Donnerstag erst einmal klären. Denn weiter heißt es in der Pressemitteilung, die als "Regeln für stimmungsvolle Weihnachtsmärkte in Bayern" betitelt ist: "Der Weihnachtsmarkt-Veranstalter muss ein individuelles Infektionsschutzkonzept für Mitarbeiter, Standbetreiber und Besucher ausarbeiten und darüber informieren." Ein paar Empfehlungen gibt München den Verantwortlichen dann doch an die Hand: Wenn möglich, soll ein Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen Personen eingehalten werden. Weiter sollen sich durch Anti-Corona-Maßnahmen keine Menschenansammlungen bilden.

Buden werden nicht ausgelagert

Vergangene Woche im Finanzsenat, als es um die Mehrkosten für das Sicherheitskonzept ging, sprach sich Coburg Marketing noch für die Regel 3G+ aus - damals ging man allerdings noch davon aus, dass die Regierung entsprechende Zugangsbeschränkungen erlässt. Eine Vorlage, wie die Coburger Weihnachtsmarkt-Regeln tatsächlich aussehen könnten, war am Mittwoch bis Redaktionsschluss noch nicht im öffentlichen Ratsinformationssystem einsehbar.

Eine Sache scheint aber bereits festzustehen: "Wenn wir unseren schönen Weihnachtsmarkt behalten wollen, können wir unser Grundkonzept nicht ändern", sagt Coburgs Zweiter Bürgermeister Hans-Herbert Hartan (CSU), in dessen Verantwortung das Tourismus- und Stadtmarketing fällt. Das bedeutet: Die Überlegungen, den Weihnachtsmarkt zu entzerren, indem einzelne Buden in Nebengassen oder gar auf den Schlossplatz "ausgelagert" werden, ist vom Tisch.

"Bei uns in Coburg konzentriert sich nun einmal alles auf den Marktplatz. Das ist unser Konzept, das unseren Weihnachtsmarkt ausmacht, und das behalten wir bei", betont Hartan. Dass die Kommunen die Corona-Regeln auf ihren Weihnachtsmärkten größtenteils selbst festlegen dürfen, empfindet Coburgs Zweiter Bürgermeister als richtig und fair. "Die Regierung in München überträgt den Kommunen mehr Verantwortung, weil die ihre Weihnachtsmärkte und die Anforderungen vor Ort am besten kennen", findet Hans-Herbert Hartan. Was in Coburg funktioniert, muss nicht zwangsläufig auf einem Weihnachtsmarkt ein paar Kilometer außerhalb funktionieren.