Der DGB-Kreisvorsitzende Carsten Höllein, der auch SPD-Kreisvorsitzender ist, und der DGB-Regionalgeschäftsführer Mathias Eckardt hatten in einem Offenen Brief an Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) erklärt, warum sie ganz entschieden gegen eine Max-Brose-Straße sind.

In diesem Offenen Brief werden nach Einschätzung der Brose-Pressestelle "falsche Tatsachen behauptet", die man richtig stellen wolle.

Die Mitteilung von Brose im Wortlaut:

"Falsch ist die Behauptung, "die enge Verbindung von Max Brose zu den Nationalsozialisten wird durch [...] unbestrittene Tatsachen belegt". Das Urteil der Spruchkammer vom 23.07.1949 stellt durch die Einstufung als Mitläufer im Sinne des Entnazifizierungsgesetzes ausdrücklich fest, dass er weder Nutznießer noch Unterstützer war.

Falsch ist die Behauptung, "er zog Nutzen aus den Enteignungen jüdischer Bürger in Coburg durch die Nationalsozialisten". Max Brose und Ernst Jühling haben das Wohnhaus von Abraham Friedmann in der Ketschendorfer Straße, auf das sich die Autoren beziehen, im Rahmen einer Versteigerung erworben, die die Dresdner Bank als Gläubiger der Immobilie durchgeführt hat. Grund war die bereits seit April 1930 aktenkundige Überschuldung des Eigentümers. Politische oder ideologische Gründe für eine Enteignung gab es nicht.

Falsch ist die Behauptung, der Besitz einer Hitler-Büste sei "eindeutig ein Zeichen dafür, dass er nicht, [...] Distanz zu den Nazis hielt". Niemand weiß, weshalb Max Brose die Büste in Besitz hatte. Sein Verhalten und seine Einstellung gegen den Nationalsozialismus sind durch Zeitzeugen und das Urteil der Spruchkammer vom 23.07.1949 belegt.

Falsch ist die Behauptung, Max Brose wurde durch das Entnazifizierungsverfahren "hinsichtlich seiner Verbindung zum Nationalsozialismus [...] nicht entlastet". Dazu zitieren wir aus dem Urteil der Entnazifizierungskammer: "Es ist mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Betroffene in seinem Innern kein Nationalsozialist gewesen ist und aus diesem Grunde der Ideologie und Weltanschauung des Nationalsozialismus gegenüber eine Gleichgültigkeit gezeigt hat." [...] "Die reine menschliche Gesinnung des Betroffenen war die eines sozialdenkenden Menschen." Das Urteil der Spruchkammer - der einzig kompetenten Instanz unmittelbar nach Kriegsende - stellt somit klar, dass Max Brose dem Nationalsozialismus nie ideologisch nahe stand.

Falsch ist die Behauptung, die Familie Stoschek habe bei Gregor Schöllgen die Firmengeschichte "Brose. Ein deutsches Familienunternehmen 1908-2008" in Auftrag gegeben. Die Firma Brose hatte die Universität Erlangen damit beauftragt, die Geschichte des Unternehmens und der Familie zu erforschen. Prof. Schöllgen hat aus diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen ein für die Öffentlichkeit lesbares Buch geschrieben, dessen Inhalte in keinem einzigen Punkt widerlegt worden sind."