Fast zwei Stunden klingende Werbung für die Musikschule Coburg - so lässt sich das Jahreskonzert im großen Saal des Pfarrzentrums St. Augustin beschreiben. Zwei dicht bedruckte Seiten umfasst das Programm, das bewusst das gesamte Spektrum des Ausbildungsangebots umfasst - vom mutigen, manchmal auch nervösen Anfänger bis zum vielversprechenden Talent mit reichlich Konzerterfahrung.

Das Spektrum ist weit, auch wenn die Musikschule Coburg inzwischen die Auswirkungen der gymnasialen Umstrukturierung unter dem Stichwort G 8 durchaus zu spüren bekommt.

Preisträger musizieren

"Bei den Schülerzahlen haben wir noch keinen Grund zum Klagen", sagt Schulleiter Dietmar Schaffer zwar, räumt aber dennoch ein, dass die zeitlich massiven Anforderungen an die Gymnasiasten zumindest die Ensemblearbeit an der Musikschule erschwert.
Denn für die Extraproben, die beim Ensemblespiel nötig sind, bleibt inzwischen immer weniger Zeit. Nachdrücklich plädiert Schaffer dennoch dafür, trotz G 8 der Musik treu zu bleiben: "Man kann fern von jedem reinen Leistungsgedanken sein Hobby bewahren."

Das einzige Stück für ein größeres Ensemble bildet den Auftakt des Jahreskonzerts. Unter Schaffers Leitung spielt das Streicherensemble der Musikschule ein kurzes Werk von Andrea Holzer-Rhomberg mit dem lautmalerischen Titel "Fiddle de dee". Junge Instrumentalisten an Geige, Cello, Klavier und Oboe demonstrieren dann die Vielfalt des musischen Angebots in den unterschiedlichsten Stadien. Über vornehmlich kürzere Stücke von Johann Strauß bis Anton Diabelli nimmt das Konzert Anlauf zu den ehrgeizigen Beiträgen junger Talente, von denen sich schon einige bei diversen Wettbewerben profilierten. Dazu zählt beispielsweise der junge Geiger Markus Heunisch, der den Kopfsatz aus Mozarts G-Dur-Konzert mit bereits gut durchgeformtem Ton sicher bewältigt.

Hörbar ein großes Talent am Klavier ist Marcel Ruppel, während Henrik Letzer seine Vielseitigkeit am Klavier wie am Akkordeon demonstriert. Als Solist am Akkordeon hat Letzer bereits beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" triumphiert.

Mit dem Gitarristen Elias Pfetscher hat er sich in diesem Jahr erneut souverän für den Bundeswettbewerb qualifiziert, der Pfingsten ausgetragen wird. Mit Jan Truhlars "Kontroverse" zwischen Gitarre und Akkordeon begeistern Pfetscher und Letzer das Publikum. Ihr musikalischer Dialog ist ungemein spannungsvoll und lebendig. Bei einer Etüde aus Frédéric Chopins op. 25 demonstriert Letzer dann auch noch sein Talent als Pianist.
Zum Abschluss wird's dann richtig laut. Die vierköpfige Musikschul-Band demonstriert, dass zum Ausbildungsangebot sogar kraftvoll dargebotener Hardrock zählt.