Der eine ist passionierter Jäger, der andere Hubschrauberpilot. Darauf kamen die Laudatoren - ranghohe Vertreter der oberfränkischen Polizei, der Coburger Justiz und der Lokalpolitik - bei der Verabschiedung und gleichzeitigen Amtseinführung des Leiters der Coburger Verkehrspolizei (VPI) am Freitag immer wieder zurück. Für Peter Kreuzer, der die VPI in den vergangenen sechs Monaten geleitet hat, sei "die Zeit wie im Flug vergangen", stellte der oberfränkische Polizeipräsident Reinhard Kunkel fest; und - um im Bild zu bleiben - mit Kreuzers Nachfolger, Bernhard Schmitt, habe man mit Sicherheit "keinen Bock geschossen".

Ein Schwabe im Norden Oberfrankens

Hauptkommissar Peter Kreuzer leitete die VPI Coburg im Rahmen seiner "Führungsbewährung", wie es korrekt heißt, für den Aufstieg in den höheren Polizeivollzugsdienst. Der 35-Jährige wechselt nun zunächst wieder zurück zur Hubschrauberstaffel der bayerischen Polizei. Als er seinerzeit erfuhr, dass er als "Schwabe von der Grenze des Allgäus" in den hohen Norden Oberfrankens versetzt werde und es auch noch mit dem Bereich Verkehr zu tun bekomme, habe er schon schlucken müssen, verriet Kreuzer schmunzelnd. Doch letztendlich sei die Zeit in Coburg tatsächlich wie im Flug vergangen und er habe sich hier sehr wohl gefühlt.

Für seinen Nachfolger, Bernhard Schmitt, ist das Amt des VPI-Leiters indes nicht neu. Als die Polizeidirektion Coburg 2008 aufgelöst wurde, wechselte der damalige Pressesprecher zur Verkehrspolizei Coburg. Zunächst übernahm er deren stellvertretende Leitung, von Dezember 2012 bis Juli 2014 dann die kommissarische Leitung. Der 53-Jährige ist verheiratet, zweifacher Vater und wohnt im Landkreis Kronach.

Abstecher nach Kronach

Nach seiner Ausbildung bei der bayerischen Bereitschaftspolizei und einem Zwischenspiel bei der Polizeiinspektion Kronach startete Bernhard Schmitt 1983 beim Landeskriminalamt in München. Erste Einsatzerfahrungen sammelte er beim Dezernat operative Spezialeinheiten.

Nach dem Studium an der Beamtenfachhochschule in Fürstenfeldbruck wechselte Schmitt innerhalb des LKA zum Bereich organisierte Rauschgiftkriminalität. 1992 meldete er sich für den Aufbau der "Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift Nordbayern" in Nürnberg. 1995 kam Schmitt zurück nach Coburg. Im neu eingerichteten Kommissariat 4 der Kriminalpolizei gehörte der Bereich Sucht- und Drogenprävention zu seinen Aufgaben.

Seine Erfahrungen auf dem Gebiet Rauschgiftkriminalität und seine gute Vernetzung werden dem 53-Jährigen auch auf seinem neuen Posten zugutekommen. Denn, so betonte etwa Polizeipräsident Kunkel, die VPI arbeite längst nicht mehr nur verkehrsbezogen.

Immer mehr rückt für deren Beamte die Kriminaltiätsbekämpfung in den Fokus. Mit der Eröffnung der Autobahn kamen ganz neue Aufgaben auf die Coburger Polizei zu. "Die Autobahn bringt uns leider nicht nur Mobiltät", stellte Schmitt fest. Mit dem täglichen Schwerlastverkehr und "überregionalen Straftätern" sei die Autobahn für ihn und seine Kollegen ganz allgemein ein "gefährliches Pflaster".