Die Sanierung der Morizkirche läuft auf Hochtouren. Das Weihnachtsfest 2015 soll bereits im frisch renovierten Gotteshaus gefeiert werden. Hochbauamtsleiter Ullrich Pfuhlmann ist zuversichtlich, dass dieses Ziel auch erreicht werden kann. Die Arbeiten laufen im Zeitplan und was die Kosten angeht, bewege man sich derzeit sogar leicht unter dem Ansatz. Ein im wahrsten Sinne großer Brocken steht aber noch an: Der zwölf Meter hohe Renaissance-Epitaph aus dem 16. Jahrhundert muss dringend gereinigt werden. Dass aber ausgerechnet dieses Prunkstück nicht Bestandteil der Sanierung ist, sorgte gestern im Bausenat für große Verwunderung.
Nicht nur Stadträtin Petra Schneider (SPD) fragte sich, warum die Reinigung des Epitaphs nicht "im großen Topf" der Sanierung enthalten sei. Doch das konnte ihr nicht einmal Ullrich Pfuhlmann beantworten.
Der Umfang der Sanierung sei vor sieben, acht Jahren kartiert worden und damit vor Pfuhlmanns Zeit bei der Stadt Coburg. "Vielleicht ist man damals davon ausgegangen, dass eine grobe Reinigung ausreicht", vermutete er.
Doch davon kann keine Rede sein. Max Beyersdorf (CSU), der sich den Zustand des Alabaster-Denkmals schon aus der Nähe angesehen hat, weiß: Da ist es mit einem Reinigungspinsel nicht getan.
Die Summe von 300 000 Euro aus einer "unzureichenden Kostenschätzung" konnte durch die genaue Sichtung inzwischen auf insgesamt 180 000 Euro reduziert werden. Da der Epitaph vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als sehr wertvoll angesehen werde, bestehe auch Aussicht auf hohe Förderung. Den für die Antragstellung benötigten Beschluss fasste der Bausenat gestern gerne. Baureferentin Birgit Weber glaubt sogar daran, dass "wir mit plus minus Null rausgehen". Sie würde sich dafür auch gern selber einsetzen und mit der Kirchengemeinde Geld sammeln.