Tue Gutes und rede darüber: Wenn das Ministerium für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat schon die bayerischen Schlösser öffnet, dann kommt auch mindestens ein Staatssekretär zu Besuch. Johannes Hintersberger (CSU) zeigte sich am Freitag bei der Ankunft im Riesensaal der Ehrenburg angemessen beeindruckt - er war vorher noch nie dagewesen.

Genau deshalb hat das Finanzministerium, zu dem die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung gehört, auch den Schlössertag ins Leben gerufen. Die Bayern sollen ihre Schlösser entdecken. Die Ehrenburg ist das siebte und letzte in diesem Jahr, das einen Schlössertag veranstaltete, und die Mitarbeiter hatten sich kräftig ins Zeug gelegt: Märchenzelt und Kostümführungen waren organisiert, und die Besucher durften bei freiem Eintritt durchs ganze Schloss spazieren bis hinauf in den Uhrenturm, der sonst nicht zugänglich ist. Nach zwei Stunden hatten immerhin schon 210 Besucher das Angebot genutzt.

Freistaat lässt sich bayerische Schlösser einiges kosten

"Kommens doch bitte rein, so lange dauert es nicht", lud Hintersberger während seiner Eröffnungansprache die Besucher ein, die unschlüssig an den Flügeltüren zum Riesensaal stehengeblieben waren. Dort sprach nicht nur der Staatssekretär, dort spielte auch das Melchior-Franck-Ensemble unter der Leitung von Knut Gramß. Natürlich in historisierenden Gewändern.

45 Schlösser verwaltet der Freistaat, und er lässt sie sich einiges kosten. Hintersberger verwies nicht nur auf die laufenden Sanierungsarbeiten an der Ehrenburg, sondern auch auf die Veste, die ebenfalls dem Finanzministerium untersteht. Dort wird unter anderem der Brandschutz im Herzoginbau erneuert, und die sogenannte Gedeckte Batterie soll für Besucher zugänglich gemacht werden.

Ein Staatssekretär aus dem Finanzministerium kann all das natürlich jederzeit besuchen. Bernd Schreiber, Direktor der Schlösser- und Seenverwaltung, und Kastellan Willy Oberender führten ihn persönlich durchs Schloss. Vorbei an dem teuersten Gemälde in der Sammlung, eine Landschaft von Raden Saleh (einem berühmten indonesischen Maler), durch den Thronsaal bis zu Victorias Schlafgemach mit WC-Kabinett. Den Uhrenturm durften auch Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak und Landrat Michael Busch am Freitag das erstemal besuchen. Dann war da noch die Stuckdecke des Gobelinzimmers. Da kam selbst Schlösser-Direktor Schreiber ins Schwärmen: "Einen üppigeren Stuck hab ich bis jetzt nur in Madrid gesehen."