Die Mitglieder der Bürgerinitiative "Sturmwind" sprechen von einem großen Erfolg, die Firma "Green City Energy" von "einer Sache, die nicht lange dauern wird". Fakt ist: Das Verwaltungsgericht Bayreuth hat den Weiterbau an einer der vier Anlagen für den Windpark "Bürgerwald" erst einmal ausgesetzt.
Das hat Martin Demmeler, Projektleiter bei "Green City Energy" dem Tageblatt auf Anfrage bestätigt. Juristischer Hintergrund: Eine Privatperson aus Seßlach hat gegen die vom Coburger Landratsamt erlassene sofortige Vollziehbarkeit der Baugenehmigung geklagt, weil sie sich als Grundstücksnachbar in ihren Rechten verletzt sieht. Das Bayreuther Verwaltungsgericht hat deshalb nach Angaben Demmelers den Weiterbau einer Anlage ausgesetzt und sein Unternehmen "um Klärung" gebeten.
"Es handelt sich um einen Hinweis auf eine Sache, die behebbar ist", erklärte der Projektleiter, der davon ausgeht, dass die Bauarbeiten an der von der Klage betroffenen Anlage IV schon bald weitergehen können.
So sieht auch das Coburger Landratsamt die Sache: "Das Gesamtprojekt ist nicht gefährdet", erklärte Dieter Pillmann, der Pressesprecher des Landratsamtes. Das Bayreuther Verwaltungsgericht habe lediglich den sofortigen Vollzug ausgesetzt. Der Hauptkritikpunkt der Bayreuther Verwaltungsrichter könne nach Ansicht von Juristen schnell ausgeräumt werden. Dieter Scherbel erklärte als geschäftsleitender Beamter im Kaltenbrunner Rathaus, dass die Gemeinde Itzgrund die Entscheidung des Verwaltungsgerichts "gelassen" sieht. Die Gemeinde selbst sei von der Angelegenheit ohnehin nicht betroffen. Den Mangel, den "Green City" nun möglichst schnell beheben wollte, stufte Scherbel als "formelle Sache" ein.


Späth hat da ihre Zweifel

Sollten sich die Probleme in den nächsten Tagen wirklich schnell lösen lassen, befindet sich "Green City Energy" nach eigenen Angaben weiterhin gut im Zeitplan. Derzeit laufen - wechselnd an verschiedenen Windanlagen - die Vorarbeiten wie der Wegebau und die Errichtung der Fundamente. Die ersten Großtransporte von Turmbauteilen und Rotorenflügeln sollen dann nach der Sommerpause erfolgen. Die Inbetriebnahme der Anlage plant das Münchner Unternehmen im ersten Quartal 2017.
Ob es so weit kommt? Carolin Späth zeigte sich da als Sprecherin von "Sturmwind" nicht mehr so sicher. Sie stufte die Entscheidung des Bayreuther Verwaltungsgerichts als "wichtigen Erfolg" aus Sicht der Windparkgegner ein. Sie sei nun gespannt, wie "Green City Energy" reagiere - schließlich habe der Windparkbetreiber immer betont, dass sich das Projekt nur beim Einsatz von vier Windrädern wirtschaftlich lohne.