Vor über fünf Jahren war Gertrud-Luise Lakemann zum ersten Mal im Kakindu, einem Dorf, das im Westen von Uganda liegt. Die heute 23-Jährige, deren Eltern in Neustadt leben, leistete ihren Jugendfreiwilligendienst als Assistenz in einer Schule in der Hauptstadt Kampala. Dort lernte sie den Sozialarbeiter Daniel Sebugwawo kennen, dessen Großeltern aus Kakindu stammten. Er erzählte ihr von seinen Plänen, dort eine Schule zu bauen. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Kinder unter einem Unterstand aus Holz-Stelzen und einem Wellblechdach unterrichtet.

Neue Auflagen durch Corona

Entsetzt über die Verhältnisse startete Gertrud-Luise Lakemann eine Spendenaktion, um den Sozialarbeiter zu unterstützen. Zwei Monate später, im Februar 2017, wurde das erste Schulgebäude eingeweiht. Es ist einstöckig und umfasst vier Klassenzimmer. Bereits zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass noch ein zweites Gebäude benötigt wird, damit die rund 350 Schüler der Jahrgangsstufen eins bis sieben ausreichend Platz haben. "Im Erdgeschoss sollen bis zu sechs Klassenräume entstehen, im Obergeschoss soll es auch Räume für die Fächer Kunst und Musik geben, die der ugandische Lehrplan überhaupt nicht vorsieht", sagte Gertrud-Luise Lakemann im Mai im Gespräch mit der Redaktion.

Nach einer Spendenkampagne im Sommer fehlen noch 7000 Euro, um das zweite Gebäude fertigzustellen. "Am 10. Januar geht in Uganda die Schule wieder los. Natürlich mit Auflagen - die Klassen müssen kleiner sein, und für den Boden und die Fenster gibt es neue Standardnormen", zählt sie auf. Deswegen müsse das erste Gebäude noch einmal saniert werden. Das Geld hierfür hat der Verein Balilwana, der sich für den Schulbau engagiert und auch Schulpatenschaften vermittelt, bereits zusammen. Der Verein wurde 2018 gegründet, Gertrud-Luise Lakemann ist Vorsitzende.

Mehr Schüler erwartet

Ziel ist es, dass das zweite Gebäude spätestens Anfang Februar soweit fertig ist, dass es für den Unterricht genutzt werden kann und genug Platz für alle Klassen ist. In Uganda ist die Korruption ein großes Thema. "Verordnungen werden teilweise sehr plötzlich erlassen und sind nicht nachzuvollziehen. Zum Schuljahresbeginn wurde festgelegt, dass jede Schule ein Lehrerzimmer haben muss", nennt Gertrud-Luise Lakemann ein Beispiel. Um die Schulbetreibungslizenz nicht zu verlieren, wurde ein kleines Nebengebäude an das Schulhaus in Kakindu angebaut. Ähnlich sei es mit der neuen Richtlinie für den Fußboden.

Durch die Corona-Pandemie wird zum Schulbeginn ein noch größerer Andrang erwartet. "Die Wertschätzung von Bildungsmöglichkeiten ist gestiegen. Außerdem ist anzunehmen, dass sich einige Schulen im Umkreis von zehn bis 15 Kilometern nicht halten konnten. Lehrer sind in der Regel nicht versichert und wurden nicht weiterbezahlt", sagt die Sozialmanagement-Studentin. Durch die Pandemie bedingt seien einige Menschen in Uganda von der Stadt aufs Land gezogen, um sich dort selbst zu versorgen. "Viele Familien sind in Hungersnot geraten und aufs Land gezogen, um sich selbst Essen anzubauen."

Spenden und Informationen

Spenden für die Fertigstellung des zweiten Schulgebäudes können an folgende Bankverbindung überwiesen werden:

Empfänger: Balilwana e.V.

IBAN: DE02 5206 0410 0005 0261 21

BIC: GENODEF1EK1

Kreditinstitut: Evangelische Bank Kassel

Verwendungszweck: Suubi Schulgebäude NP122

Informationen zur Arbeit des Vereins Balilwana finden Sie auf der Website www.balilwana.org