Eigentlich was das am Anfang ein Witz. Da bilden ein Komiker und ein Filmemacher aus Spaß eine Band, treten auf und haben tatsächlich Erfolg. Bei Seiler und Speer ist genau das passiert mit ihrem Debütalbum "Ham kummst".


Dass sie nicht das fast schon klassische "One Hit"-Phänomen sind, wollen Seiler und Speer gerade mit ihrem zweiten Studio-Album beweisen, das im April auf den Markt kam und den sprechenden Titel "Und weida?" trägt.


Rund 1500 Zuhörer

Beim ersten Gastspiel im Tambacher Schlosshof locken sie jedenfalls eine beachtliche Fan-Schar an. Und die (nach Angaben der veranstaltenden Konzertagentur Friedrich) rund 1500 Zuhörer müssen ihr Kommen keineswegs bereuen. Im Gegenteil.


Freiluft-Party

Der Abend wird zur musikalischen Freiluft-Party in historischem Rahmen. "Schönes Ambiente", meint Christoph Seiler beim ersten Blick in den gut gefüllten barocken Schlosshof: "Heute müssen wir nicht für Proleten spielen".

Christoph Seiler und Bernhard Speer sind mit ihrer lautstarken fünfköpfigen Band auf dem besten Weg, sich auch außerhalb Österreichs zu etablieren. Ihr Erfolgsrezept? Eine ordentliche Portion Schmäh, ein Quantum anarchischer Attitüde und Themen, in denen sich die Zuhörer wiedererkennen können, auch wenn sicher nicht jede Silbe in breitem österreichischem Idiom in fränkischen Landen mühelos zu verstehen ist.


"Wir haben Lokalverbot"

Sie singen von reichlich Alkohol-Genuss und davon, warum man als Betrunkener auch viel Geld sparen kann. Die Antwort: "Wir haben Lokalverbot." Sehr zum Gaudium des feierfreudig gestimmten Publikums gibt"s dann noch eine Anleitung, wie ein Ballermann-Hit zu fabrizieren sei - man braucht einen Text, den sich jeder merkt, am besten irgendetwas auf "lalala".


Und wo sich am Tag zuvor der feinsinnige Songpoet Willy Astor noch mokiert hatte über Zuhörer, die es während seines Musizierens gewagt hatten, leise über den frisch gekiesten Schlosshof zu gehen (siehe Seite ....), herrschen bei Seiler & Speer geradlinig rockige Klänge vor.


Ab und zu streuen Christoph Seiler und Bernhard Speer mit ihrer Band auch mal leisere Klänge ein, doch die vorherrschende Tonart ist kraftvoll und unverschnörkelt.


Die Mauersegler, die tags zuvor bei Willy Astor sogar über die Bühne schwirrten, haben sich da längst verzogen. Das Publikum im Schlosshof aber zeigt sich ausdauernd applausfreudig bei der rund zweistündigen pausenlos Show.