Ein 18-jähriger aus Neustadt bei Coburg teilte am frühen Samstagmorgen (06.03.2021) per Notruf einen Unfall in Rödental mit. Der junge Mann gab an, dass auf das Heck des Autos seines Freundes ein VW Golf aufgefahren sei und sich im Anschluss entfernt habe. 

Der 18-Jährige befand sich gegen 01.15 Uhr zusammen mit dem 18-jährigen Fahrer aus Sonneberg sowie einer 15-jährigen aus Rödental in einem weißen BMW X3. Der Neustadter teilte mit, dass sie aufgrund eines Tieres, welches die Fahrbahn überquerte, abrupt abbremsen mussten. Daraufhin sei ihnen ein älterer VW Golf aufgefahren und habe sich dann entfernt. 

18-Jähriger meldet Unfallflucht im Landkreis Coburg: Doch die Geschichte war frei erfunden

Bei der anschließenden Aufnahme vor Ort, der Begutachtung des Schadens und einer eindringlichen Belehrung, stellten die Beamten allerdings Widersprüche fest. Der 18-jährige Sonneberger räumte schließlich ein, dass die Unfallflucht niemals stattgefunden habe und er selbstverschuldet beim Rückwärtsrangieren gegen eine Mauer gefahren war.

Der Fahrer dachte sich diese Geschichte aus, da er Angst vor Konsequenzen durch seine Eltern befürchtete, die die Eigentümer des Fahrzeugs sind. Der Schaden am BMW beläuft sich auf rund 5000 Euro. Der junge Fahrer fiel bereits zuvor durch eine rasante Fahrweise in Dörfles-Esbach auf.

Gegen den Absetzer des Notrufs ergeht nun eine Strafanzeige wegen des Missbrauchs von Notrufen, gegen den Fahrer eine Anzeige wegen des Vortäuschens einer Straftat. Da sich drei Personen aus unterschiedlichen Haushalten im Fahrzeug befanden, ergeht zusätzlich gegen jeden gesondert eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.