Oberstudiendirektor Burkhard Spachmann, der ins Visier des Ministeriums geraten war, hielt sich zunächst bedeckt. Er verwies ans Kultusministerium. "Ich darf dazu nichts sagen", so sein kurzer Kommentar am Mittwoch.
Hintergrund der Überprüfung ist die Anfrage des Tageblatts, ob im Kultusministerium eine Beschwerde gegen den Direktor des Casimirianums vorliege. Hartnäckigen Gerüchten zufolge sollen sich Lehrkräfte des Casimirianums über die Endkorrektur der Abiturarbeiten durch Burkhard Spachmann beschwert haben. Wie es hieß, seien die Noten "unangemessen geschönt" worden.

"Kein Maulkorb"

Ludwig Unger, Pressesprecher des Kultusministeriums, stellte gestern klar: "Von uns aus gab es keinen ,Maulkorb'. Wir haben Herrn Spachmann nahe gelegt, gut zu überlegen, was er sagt." Mit einer Presseerklärung meldete sich Spachmann dann am Donnerstag Nachmittag tatsächlich zu Wort. Darin betont er, dass die Schule "selbstverständlich" konstruktiv mitarbeite.
Der Schulleiter schreibt weiter: "Der Abschluss dieser aufwändigen Überprüfungsarbeit durch hochqualifizierte Deutschfachlehrkräfte bei den Ministerialbeauftragten zu Fragen der Korrektur und Bewertung muss jetzt abgewartet werden." Das gleiche gelte für die Schlusseinschätzung durch das Kultusministerium.
Selbstbewusst und optimistisch schreibt Spachmann: "Aus allen Erkenntnissen gewinnt das Gymnasium Casimirianum wertvolle Grundlagen zur Einschätzung der bisherigen Arbeit - hier speziell im Fach Deutsch." Die Schule werde dann weiter auf dieser Grundlage "entsprechend die Arbeitsvoraussetzungen ausrichten, um künftig noch zielgerichteter für die Schülerinnen und Schüler zu arbeiten".




Hintergrund Jede Abiturarbeit wird von zwei Korrektoren beurteilt. Es wird ein Dritter eingebunden, wenn keine Einigung erzielt wurde, etwa der Fachbereichsleiter oder der Schulleiter. Die Verantwortung für das Geschehen an einer Schule trägt natürlich im umfassenden Sinne der Schulleiter.