In den nächsten drei Jahren will Sonnefeld seine Wasserversorgung im gesamten Gemeindegebiet erneuern, erweitern und neu ordnen. Kurz: für die nächsten 20 bis 30 Jahre sichern. Zwölf Gemeinderäte stimmten dafür, acht waren dagegen, die von der Verwaltung ausgearbeitete Auswahlvariante "große Lösung" mit geschätztem Aufwand von 6,8 Millionen Euro zu realisieren. Noch in diesem Jahr (voraussichtlich 1. Oktober) haben Haus- und Grundbesitzer Vorauszahlungsbescheide zu erwarten, mit denen die Kommune in den nächsten drei Jahren 85 Prozent des erforderlichen Aufwands - rund sechs Millionen Euro - umlegen wird. "Das in der Verwaltung ermittelte Zahlenwerk beruht auf Schätzungen", kommentierte Bürgermeister Michael Keilich (CSU) die mehrheitliche Entscheidung der drei Fraktionen.


Drei Varianten lagen zur Abstimmung vor

Die bereits im Rahmen der letzten öffentlichen Sitzung und in den Fraktionen ausführlich beratenen Details hat das Gremium am Dienstag eine neu gefassten Beitragssatzung als Rechtsgrundlage festgeschrieben. Sie soll nach dem Willen des Gremiums zum 1. August in Kraft treten. Die Beitragssätze je Quadratmeter sind mit 71 Cent für die von der Bauverwaltung ermittelte und elektronisch gespeicherte Grundstücksfläche und 2,50 Euro Geschossfläche bei Gebäuden fixiert. In der Satzung sind außerdem Ausnahmemöglichkeiten festgeschrieben.

Vorangegangen war eine konträre Diskussionsrunde. Die Räte fragten sich, ob die Beiträge nicht auch über die Verbrauchsgebühren erhoben werden könnten oder ob die Sonnefelder für die Gesamtmaßnahme zahlen sollten. Letztere Variante hatte die Hauptverwaltung zur Vereinfachung vorgeschlagen. Für die SPD-Fraktion redete Michael Fischer der "Gebührenlösung" das Wort, die auch Mieter (als Wasserverbraucher) belaste und nach Kreditaufnahme für geschätzt vier Jahrzehnte zusätzliche Zinsbelastung zu tilgen wäre. Claus Dötschel (GUB) und Richard Bäuerlein (CSU) fanden hingegen, die Version mit 100 Prozent Verbesserungsbeiträgen ohne Kreditfinanzierung sei die bessere Lösung. Diese wurde dann auch von der Mehrheit gewählt.

Wolfgang Böhm, Geschäftsführer der Energieagentur Nordbayern - Kommunales Energieeffizienzwerk Oberfranken, versuchte, dem Gemeinderat Maßnahmen zur nachhaltigen Reduzierung kommunaler Energiekosten schmackhaft zu machen. Vorgeschlagen sind als Projekte Rathaus (Schafberg), Schulhaus und Turnhalle (Grund-/Mittelschule), Freibadanlage (Badstraße) und Feuerwehrdepot (Berliner Straße). Heizkosten könnte eine Verbindung von Freibad (lediglich Sommerbetrieb) und Schulräumen (Energiebedarf Wintermonate) reduzieren. Selbst die Überprüfung der neuen Domänenhalle wäre kein Tabu ...


Wie die Kommune Energie sparen kann

Die am Programm beteiligten Kommunen (maximal zwölf) sollen in die Lage versetzt werden, den Energieverbrauch in ihren Liegenschaften korrekt zu ermitteln, zu bilanzieren sowie Einsparpotenziale zu identifizieren. Gemeinsam mit Experten der Energieagentur wären dann Maßnahmen zu ergreifen, um den Verbrauch und damit die Kosten dauerhaft zu senken.

"Durch Zusammenschluss in einem Netzwerk ist die Möglichkeit zu schaffen, von Erfahrungen anderer Teilnehmer zu profitieren", sagte der Referent. Voraussetzung ist die vertragliche Bindung an das dreijährige Projekt. Böhm meinte, für Sonnefeld wäre das eine Riesenchance.

Nach Abzug der Bundesförderung betrüge der Eigenanteil der Gemeinde rund 20.000 Euro. Nachdem innerhalb der Fraktionen Entscheidungen hierüber gefallen sind, soll das Thema auf Vorschlag des Bürgermeisters erneut auf die Tagesordnung der Septembersitzung gesetzt werden.

Einstimmig bestätigte der Gemeinderat den während der Dienstversammlung der Feuerwehr gewählten Markus Schrepfer als stellvertretenden Kommandanten.


Vereidigung

Zum Beginn der öffentlichen Sitzung nahm Bürgermeister Michael Keilich die Vereidigung von Martin Alex (bisher Ortssprecher für Neuses am Brand) zum voll stimmberechtigten Mitglied vor. Alex rückt für Norfried Hager (GUB) nach, der aus persönlichen Gründen während der laufenden Wahlperiode sein Ehrenamt zur Verfügung gestellt hat.

Damit wurde eine Neubesetzung der Ausschüsse erforderlich. Für die Gemeinschaft Unabhängiger Bürger (GUB) ist Siegfried Alex im Werk-, Kultur- und Sportausschuss sowie Stellvertreter im Rechnungsprüfungsausschuss. Andrea Tschirge übernimmt Hagers Funktion als stellvertretende Fraktionsvorsitzende.


Bürger werden informiert

Bürgermeister Keilich informierte über die voraussichtlich im September vorgesehene Bürgerinformation zum Thema Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs). Dabei sollen Vorschläge der Rechtsaufsicht, also des Landratsamtes, für die bevorstehende Zwangsrealisierung einfließen.

Ein neues EDV-System, das die Bürger in Zukunft besser über bedeutsame Rathausthemen informiert, soll aufgebaut werden. Damit findet eine Anregung aus SPD-Kreisen Erfüllung.

Keine Chancen werden für das ebenfalls von Michael Fischer aufgegriffene Thema Kreisverkehr an der "Hummelkreuzung" gesehen. Momentan steht dort eine Ampelanlage. Obwohl mit der Maßnahme ein zügigerer Verkehrsablauf verbunden wäre, gäbe es angesichts des nach Inbetriebnahme der Südumfahrung B 303 sinkenden Verkehrsaufkommens und des hohen sechsstelligen Betrags für die Kosten unüberwindbare Hürden.


Was genau in Sachen Wasserversorgung geplant ist:

Folgende vier Detailprojekte/Maßnahmen sollen im Zuge der Verbesserung seiner Wasserversorgung innerhalb der nächsten drei Haushaltsjahre realisiert werden:
* Neubau eines Hochbehälters bei Gestungshausen mit integrierter Aufbereitungsanlage. Als Ersatz für die baufälligen, renovierungsbedürftigen bzw. unzulänglichen Hochbehälter Bauwerke in den Gemeindeteilen Gestungshausen, Hassenberg, Neuses am Brand, Wörlsdorf
*Herstellung der erforderlichen Verbindungsleitungen zwischen dem neuen Hochbehälter, dem bestehenden Netz und den Wassergewinnungsanlagen (Tiefbrunnen)
*Sanierung der vorhandenen Tiefbrunnen II, III und Wörlsdorf zur zukünftigen Sicherstellung der Trinkwasserversorgung
*Sanierung des Vorlagebehälters in der Wasseraufbereitung Sonnefeld mit Ausbildung einer zweiten Wasserkammer
Als "große Lösung" mit geschätztem Aufwand 4,6 Millionen hat der Gemeinderat ferner gebilligt:
* Bereits realisierte Errichtung 700 Meter Zubringerleitung zum Hochbehälter Sonnefeld im Flurbereich "Lange Wiesen"
* 800 Meter Erneuerung unter teilweiser Querschnittsvergrößerung der Trinkwasserhauptleitung auf 150 Querschnitt im Bereich der auszubauenden Thüringer und Bieberbacher Straße.