Undichtes Becken, verschmutzte Skulpturen, teilweise marodes Ziergitter - die Mängelliste für den Herzog-Alfred-Brunnen im Coburger Hofgarten ist lang. Seit fast zwei Jahren ist der Brunnen deshalb nun bereits außer Betrieb. Eigentlich sollte der 1903 zum Gedenken an den im Jahr 1900 verstorbenen Herzog grundlegend saniert werden. Eigentlich.

Die Stadt muss sparen

Denn daraus wird nun doch nichts - vorerst. "Aufgrund der Corona-Pandemie gehen die Steuereinnahmen der Stadt Coburg zurück", erklärt Louay Yassin auf Nachfrage: "Das führt im kommenden Jahr zu einer Unterdeckung der Ausgaben von rund acht Millionen Euro. Denn die Aufgaben der Stadt laufen ja weiter." Daher habe sich die Stadt Coburg für 2021 ein Einsparprogramm von rund drei Millionen Euro verordnet, um die Unterdeckung teilweise zu kompensieren: "Weitere Einspar-Potentiale werden in den Folgejahren gefunden werden müssen."

Mit auf der Einsparliste steht nun der Alfred-Brunnen. "Der Herzog-Alfred-Brunnen ist ein wünschenwertes Projekt", erklärt Yassin und bezeichnet ihn als sanierungsbedürftig. Allerdings habe das Baureferat inzwischen unter anderem "die Sanierung des Herzog-Alfred-Brunnens als nicht zwingend notwendig ausgemacht".

Knappes Zeitfenster

Das Vorhaben solle deshalb geschoben werden. Zudem verweist Yassin auf die Pläne des Landestheaters, im Sommer 2021 wieder ein Open-Air-theater-Festival rund um den Alfred-Brunnen zu veranstalten wie bereits im Sommer 2019. Um das zu ermöglichen, hätten die Sanierungsarbeiten der Brunnenanlage in zeitlicher Abstimmung in einem sehr knappen Zeitfenster durchgeführt werden müssen.

Mitte Juli hatte der Bausenat mit einer Gegenstimmung für die grundlegende Sanierung des Alfred-Brunnens gestimmt auf der Basis der bisherigen Technik mit Frischwasser (Kostenpunkt: 250000 Euro).

Umlauftechnik wäre viel zu teuer

Zur Wahl stand damals auch der Umbau des Brunnen für einen Betrieb mit Umlauftechnik für das Wasser (Kostenpunkt: rund 415000 Euro).

Rund um den Herzog-Alfred-Brunnen

Einzeldenkmal Der Herzog-Alfred-Brunnen im Hofgarten stammt aus dem Jahr 1903 und erinnert an den drei Jahre zuvor verstorbenen Herzog Alfred, Sohn der britischen Königin Victoria und ihres Gemahls Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Auf Anregung von Herzogin Marie baute die Stadt Coburg den Brunnen anstelle eines Teiches. Die Anlage im neobarocken Stil wurde von Hofmaurermeister Peter Renner errichtet. Vor einer halbrunden Muschelnischenwand mit Ziergiebel sind zwei Delfin-Bronzeskulpturen als Wasserspeier angeordnet. Diese Delfin-Skulpturen wurden von Carl Oehrlein geschaffen. Im flachen Wasserbecken sind mittig eine Fontäne und links die männliche Bronzefigur "Schreck" vorhanden. Diese Figur ist ein Werk von Christoph Franz Peter. Rechts sitzt die weibliche Figur "Idylle", geschaffen von August Sommer. Ein gebauchtes, barockisierendes Ziergitter begrenzt die Brunnenanlage. In der Mitte des Brunnens befindet sich eine Fontäne. Der Brunnen ist ein Einzeldenkmal. red