Es gibt Diskussionen um die Bundesstraße 4 - und sie reißen nicht ab. Die B4 im Grenzbereich von Coburg und Ahorn ist ein neuralgischer Punkt. Der Stadtrat von Coburg hat einen vierspurigen Ausbau der Straße im Stadtgebiet Weichengereuth abgelehnt. Davon fühlt sich unmittelbar die Gemeinde Ahorn betroffen. Denn sie möchte - wenn schon ein vierspuriger Ausbau nicht möglich oder gewünscht ist - eine Ampelanlage, die die Einfahrt von Fahrzeugen von der Wassergasse und dem Ahorner Berg in die B4 steuert.

Weil die Einmündungen des Ahorner Berges und der Wassergasse in die Bundesstraße direkt an der Gemarkungsgrenze zwischen Ahorn und Coburg liegen, hatte der Gemeinderat Ahorn im September 2020 einstimmig einen Antrag an die Stadt Coburg gestellt, eine bedarfsgesteuerte Lichtsignalanlage für die beiden Knotenpunkte Wassergasse und Ahorner Berg zu errichten.

Erst mal wird ein Gutachten gemacht

Da solche Vorhaben nicht ohne entsprechende Gutachten umgesetzt werden, hat wohl die Straßenbaubehörde, das Staatliche Bauamt Bamberg, in dem betreffenden Bereich Untersuchungen gemacht. Das geht aus einer Pressemitteilung der Gemeinde Ahorn hervor und das berichtete Bürgermeister Martin Finzel (parteilos) auch bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Und fügte hinzu, dass man bei der Gemeinde doch sehr verwundert sei. Denn der Stadt Coburg sei das bereits 2020 vom Staatlichen Bauamt Bamberg erstellte Gutachten offenbar nicht bekannt. Das gehe jedenfalls aus einem Antwortschreiben des Oberbürgermeisters vom 12. Januar 2021 hervor (Auszüge aus dem Brief gab die Gemeinde auch in einer Pressemitteilung bekannt).

Auf einen erneuten Antrag der Gemeinde an die Stadt Coburg habe nun Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) geantwortet, dass die Evaluation eines Ampelbetriebes und die Ermittlung baulicher Maßnahmen durch einen Sachverständigen in Form eines Verkehrsgutachtens erfolgen müssten, das durch die Straßenbaubehörde in Auftrag gegeben werden müsse. "Ein solches Gutachten liegt aber vor", betonte Finzel noch einmal. Er habe nämlich bei der Straßenbaubehörde nachgefragt, was der aktuelle Stand des von Oberbürgermeister Sauerteig angesprochenen Gutachtens sei. Daraufhin sei der Gemeinde Ahorn die bereits 2020 erstellte Leistungsberechnung für die beiden Knotenpunkte Wassergasse und Ahorner Berg mit Lichtsignalsteuerung zur Verfügung gestellt worden. Auf dem Wege der Amtshilfe könne dieses Verkehrsgutachten sicherlich auch der Stadt Coburg zukommen, sagte Finzel.

Ahorn will nicht lockerlassen

Der Gemeinderat machte am Dienstag klar, dass die Verkehrssicherheit in diesem sensiblen Bereich kein politisches Thema sei. Deswegen werde die Gemeinde auch nach der Ablehnung des vierspurigen Ausbaus der B4 am Ball bleiben. Die bekannte Leistungsberechnung des Staatlichen Bauamts Bamberg zeige die grundsätzliche Möglichkeit, die beantrage Lichtsignalanlage umzusetzen.

Jetzt ist Coburg dran

Die Gemeinde Ahorn bitte die Stadt Coburg, einer Errichtung der von Ahorn am Ahorner Berg beziehungsweise der Wassergasse beantragten bedarfsabhängigen Lichtsignalanlage zuzustimmen oder diese anzuordnen. Weiterhin bittet die Gemeinde Ahorn darum, in den Prozess als Antragsteller und direkt betroffene Kommune mit einbezogen zu werden.

Heute geht es mit der Rodung los

Mit dem Depotneubau an der Alten Schäferei steht die Gemeinde Ahorn vor einer Herausforderung und einem ehrgeizigen Projekt. Der Bau mit Kosten von rund vier Millionen Euro wird mit knapp 90 Prozent gefördert und zudem von Privatspendern unterstützt. Die Planungen gehen in die heiße Phase. Heute beginnen die Rodungsarbeiten auf dem Gelände. Im Sommer sollen die Erdarbeiten folgen. Der Neubau wird zum großen Teil in der Erde verschwinden.

Am Dienstagabend stellte Architekt Lutz Wallenstein vom Coburger Architekturbüro Archiviva die Planungen im Gemeinderat vor und stieß auf Wohlwollen. Wallenstein nannte das Projekt einen spektakulären Auftrag für sein Büro. Die Lagerflächen im Depot sind größer geworden, die Haustechnik durch Optimierung kleiner. Statt eines Fahrstuhls schlug Wallenstein einen barrierefreien Zugang über die Terrasse vor, der die Kosten um bis zu 30000 Euro mindern würde. Auf dem begrüntem Dach soll eine Photovoltaikanlage installiert werden. Ein Schaufenster soll der Öffentlichkeit Einblicke in den Bearbeitungsraum für die Exponate bieten. Als Baumaterial sind Cortenstahl und geflammtes Holz vorgesehen. Außen am Bau könnten in Lagerregalen Exponate präsentiert werden. Gemeinderat Rainer Scholz bezeichnete den Neubau als einen mutigen Schritt. Bürgermeister Finzel nannte es eine wichtige strategische Entscheidung für den Erhalt und Fortbestand des Museums als regionalem Gedächtnis des Coburger Landes. "Um in ein paar Jahren nicht vor einem Berg aus Staub und Sägespänen zu stehen, stellen wir mit dem Depot neue Weichen."