Die Rudolf-Steiner-Schule im Stadtteil Beiersdorf/Callenberg hat am vergangenen Montag die Schüler des zwölften Jahrgangs mit dem Waldorfabschluss und dem erfolgreich absolvierten Realschulabschluss in die Sommerferien entlassen.

Gisela Wegener hatte die Absolventen in ihren ersten fünf Jahren an der Rudolf-Steiner-Schule unterrichtet. Sie konnte sich noch gut an die ersten Schritte der damaligen ABC-Schützen erinnern. "Fünf Jahre lang habe ich versucht, euch mit der Welt bekannt zu machen!" Es sei eine sehr lustige Klasse gewesen, erinnerte sie sich. "Ihr müsst euer Schicksal jetzt in die Hand nehmen", sagte die Lehrerin Wegner. "Ich habe gemerkt. Ihr schafft das!"
Von der sechsten bis zur zwölften Jahrgangsstufe waren unter anderen Meike Schmiedebach und Michael Große für die jungen Leute zuständig. Die Standardschulzeit an einer Waldorfschule umfasst zwölf Jahre. Das sei das rechte Zeitmaß, damit sich Allgemeinwissen, besondere Fähigkeiten und Talente entwickeln könnten, meinte Schmiedebach. Sie deutete die Idealzahl Zwölf auf verschiedene Weise. Das Jahr teile sich in zwölf Tierkreiszeichen. Das Dutzend sei ein historisches Mengenmaß. Der Tag teile sich in zwei Mal zwölf Stunden. Sie erinnerte an die zwölf Apostel und die zwölf Ritter der Tafelrunde um den legendären König Artus. "Sie haben ein Jupiterjahr an der Rudolf-Steiner-Schule verbracht", sagte Schmiedebach in Anspielung darauf, dass ein Umlauf des Planeten Jupiter um die Sonne rund zwölf Erdenjahre entspreche.


Dazwischen "Auf uns" und "Hurz"

Sie wies auf die zahlreichen Exkursionen und Studienfahrten der aktuellen Absolventen hin, die vor allem auch der Kunst gewidmet gewesen seien. "In Moskau haben wir uns Lucas Cranach angeschaut." In München seien alle drei Pinakotheken besucht worden. In Naumburg an der Saale hätten die Waldorfschüler aus Coburg gar einen Steinmetz-Workshop besucht. Nürnberg, Berlin, das Berchtesgadener Land standen auf dem Programm. In der Schulzeit der Absolventen sei auch die Schülermitverwaltung belebt worden. Im Namen der Eltern dankte Pia Keller der Rudolf-Steiner-Schule. Simone Bauer und Justine Hänel lobten ihre Lehrer für deren Geduld und Engagement. Studienrätin Susanne Polz von der Staatlichen Realschule Neustadt würdigte die Schüler der Rudolf-Steiner-Schule, die als externe Prüflinge in Neustadt die Mittlere Reife erworben haben. Die musikalische Ausgestaltung der Abschlussfeier übernahm der Chor der siebten und achten Klasse, begleitet von Katja Heußel am Klavier. Ferner wirkte die Klasse 12 A mit Beiträgen von Andreas Bourani und Hans-Peter Kerkeling, "Auf uns" und "Hurz" mit. Das Schlusswort oder besser gesagt der Schlussgesang oblag dem Lehrerkollegium mit dem bekannten "Irischen Segenswunsch".

Den Waldorfabschluss haben abgelegt: Barbara Bär, Simone Bauer, Jeremias Felix, Anna Fleischhauer, Fiona Friedrich, Klara Greschke, Johanna von Hackewitz, Justine Hänel, Fabienne Haupt, Jonathan Lüer, Birk Menzel, Mees Menzner, Paul Schiffel, Tim Schneider, Sofia Treuer, Elisabeth Vizcaino Neuhaus, Robin Werner und Richard Zehner.

Die Mittlere Reife haben erworben: Simone Bauer, Nikolai Fenderl, Klara Greschke, Justine Hänel, Tobias Keller, Jessica Lieb, Niklas Löchte, Paul Schiffel und Sofia Treuer.