Ein folgenschwerer Unfall mit einem schwerstverletzten Motorradfahrer hat sich am Donnerstagabend (2. Juni 2022) an der Anschlussstelle Coburg der A73 ereignet. Der Sturz war so schwer, dass der Mann dabei seinen rechten Arm verlor.

Gegen 20.40 Uhr erhielt die Einsatzzentrale der Polizei die Mitteilung über einen Motorradfahrer, der an der B4 in der Auffahrt zur A73 in Richtung Suhl gestürzt war. Mehrere Polizeistreifen waren schnell vor Ort und leisteten gemeinsam mit anderen Verkehrsteilnehmern Erste Hilfe.

Schwerer Unfall nahe A73: Motorradfahrer rast in Auffahrt

Wie sich herausstelle, hatte der 43-jährige Thüringer zuvor zusammen mit einem Freund ein Motorrad in Coburg gekauft und wollte dieses nun nach Hause überführen. "Er raste aus Ortsunkenntnis mit völlig überhöhter Geschwindigkeit in den Auffahrast hinein", beschreibt die Verkehrspolizeiinspektion Coburg den Unfallhergang. Polizeihauptkommissar Steffen Fugmann gab im Interview mit News5 die Aussage eines Zeugen wider, an dem der Motorradfahrer vorbeigefahren war. "Oh Mann, diese Kurve kann er nicht schaffen", so der Augenzeuge.

Als er die nahende Rechtskurve des Astes bemerkte, machte der 43-Jährige eine Schreckbremsung und fiel dabei vom Motorrad. Mitsamt dem Fahrzeug krachte er anschließend in die Mittelschutzplanke. Dabei wurde sein rechter Arm vollständig abgerissen und blieb an der Schutzplanke liegen. Das Motorrad wurde mehrere Meter weiter geschleudert und kam am rechten Fahrbahnrand auf der Seite liegen.

Nach der ersten medizinischen Versorgung an der Unfallstelle durch den Rettungsdienst und Notarzt wurde der Motorradfahrer mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Hier wurde versucht, den abgerissenen Arm zu retten.

War 43-Jähriger ohne Führerschein unterwegs? Polizei ermittelt

Spezialisten der Verkehrspolizeiinspektion Coburg übernahmen zusammen mit weiteren Einsatzkräften die Unfallaufnahme. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Coburg stellten die Beamten das Motorrad sicher und führten später eine Blutentnahme beim Unfallverursacher durch. Dieser stand zum Unfallzeitpunkt möglicherweise unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, außerdem soll er seit längerer Zeit keinen Führerschein mehr besitzen, wie die Polizei mitteilt.

Bekannter lässt Unfallopfer nach schwerem Sturz zurück

Zudem ergaben weitere Ermittlungen, dass auch sein Bekannter, mit welchem er das Motorrad vor dem Unfall gekauft hatte, keinen Führerschein mehr besitzt. Der gleichaltrige Thüringer fuhr zum Unfallzeitpunkt mit seinem Auto hinter dem Motorrad und hielt zunächst kurz an. Nach dem Eintreffen weiterer Verkehrsteilnehmer fuhr er aber "aus Angst vor einer Polizeikontrolle" in Richtung Thüringen davon, ohne seinem lebensgefährlich verletzten Freund Hilfe zu leisten, wie die Polizei berichtet.

Die Beamten haben Ermittlungen wegen mehrerer Straftaten gegen beide Personen aufgenommen. Unter anderem geht es um den Vorwurf der Gefährdung des Straßenverkehrs, des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und der unterlassenen Hilfeleistung. Die Unfallstelle war für die Dauer der Unfallaufnahme für rund zwei Stunden voll gesperrt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 5000 Euro.

Tierischer Einsatz auf dem Rückweg

Ein weiterer Vorfall ereignete sich bei der Rückfahrt der Polizeistreife zur Dienstelle: Die Beamten erspähten eine Ente, die regungslos auf der Autobahn saß. Das Tier lebte noch, hatte aber beide Beine gebrochen und war deshalb fluchtunfähig. Die Beamten nahmen das verletzte Tier in Obhut und versorgten es zunächst auf der Dienststelle. Anschließend wurde das Tier an einen Tierarzt übergeben. Die Verletzungen der Entendame waren allerdings so schwerwiegend, dass sie nicht gerettet werden konnte und verstarb.

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