• Tierhilfe Weidenberg sendet Hilferuf
  • Zustand der Katzen verschlimmert sich
  • Verein verhängte Aufnahmestopp im Juli 
  • Pflegestellen werden dringend benötigt

Die Tierhilfe Weidenberg und Umgebung e.V. wendet sich mit einem dringlichen Hilferuf auf Facebook an die Öffentlichkeit, auf dem Foto steht SOS. "Jedes Jahr denken wir, dass es ja schlimmer gar nicht mehr werden kann, aber wir werden stetig eines Besseren belehrt." Während es immer aufwendiger werde, die aufgenommenen Katzen zu versorgen und vermitteln, fehle es deutlich an freiwilligen Pflegestellen, die sich bis zur Vermittlung um sie kümmerten. Harald Hahnefeld, erster Vorsitzender der Tierhilfe, berichtet inFranken.de über die problematische Situation.

Tierhilfe Weidenberg: Katzen mit Parasiten befallen - Badewanne ist schwarz

Verschiedene Gründe führen dazu, dass der Aufwand für die Tierhilfe Weidenberg wächst. Sie nimmt Katzen und andere Tiere im Raum Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz auf, die ohne Absicht der Besitzer gezeugt wurden, herrenlos sind oder abgegeben werden. "Ich habe gestern alleine elf neue Fälle reingekriegt", erzählt Hahnefeld. Auch sei das weit verbreitete Phänomen der abgegebenen Tiere zu spüren, die als Corona-Anschaffung nicht mehr gewollt sind.

Oft sei der Gesundheitszustand der Tiere schlecht. Einmal nahm die Tierhilfe 17 Katzen von einem Hof auf, die von Parasiten befallen waren. "Meine Kollegin hat die Katzen zweimal gebadet und jedes Mal war die Wanne schwarz." Als Hahnefeld vor elf Jahren anfing, sei der Aufwand noch nicht so groß wie heute gewesen. Er beobachtet, dass die Krankheiten immer hartnäckiger werden. Er und manche Tierärzte vermuten, dass sie sich weitervererben. Wenn also eine Katze mit gesundheitlichem Leiden Junge bekäme, würden diese Krankheiten weitergegeben.

Dadurch seien in den vergangenen Jahren höhere Behandlungskosten und längere Wartezeiten bis zur Vermittlung entstanden. Es sei inzwischen normal, dass Katzen dreimal vom Tierarzt untersucht werden müssten, bevor sie in eine Pflegestelle kommen. Über zwei Monate dauere beispielsweise momentan die Behandlung von Katzenschnupfen in einem Fall.

Zu wenige Pflegestellen - Das ist der aktuelle Stand

Jeder Tierfreund im Raum Hof, Wunsiedel, Marktredwitz, Arnsberg, Grafenwöhr, Eschenbach, Pegnitz oder Hollfeld werde dringend gebraucht. "Wir haben schon ein paar neue Pflegestellen bekommen - drei Stück in den letzten zwei Wochen - aber die sind auch schon wieder alle voll", erklärt Hahnefeld.

Ursprünglich hatte die Tierhilfe 50 Pflegestellen, davon seien viele weggebrochen. Dadurch, dass sich manche Helfer eine Auszeit nähmen oder selbst Tiere aufnähmen, seien aktuell nur noch etwa 30 Pflegestellen aktiv. Über hundert Tiere versorge die Tierhilfe Weidenberg derzeit, davon seien 20 nicht vermittelbar. Durch die hohe Auslastung verhängte sie im Juli einen Aufnahmestopp. Trotzdem werde jedem Tier geholfen. "Wir weisen niemanden ab, wir müssen die Leute nur an andere Stellen verweisen", so Hahnefeld. Dabei helfe ihnen der gute Kontakt zu den nordbayerischen Tierärzten.

Die Tierhilfe Weidenberg finanziert sich über Spenden und Verkäufen von Selbstgebasteltem auf Märkten. Die Vermittlungsgebühr decke nicht ganz die Kosten. Während diese in der Vergangenheit noch bei 65 bis 90 Euro lag, steige sie heute durch die aufwendigeren Behandlungen oft auf 150 Euro. Um dies die Kaufinteressenten nicht spüren zu lassen, fahre die Tierhilfe ein "Draufzahlgeschäft". Die Tierhilfe Weidenberg hofft, in der nächsten Zeit neue Pflegestellen zu finden, die über genügend Zeit und Platz verfügen und sich mit viel Liebe um die Katzen bis zur Vermittlung kümmern.