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Bayreuth
Nachtleben

Paukenschlag: Oberfränkischer Club schließt - wegen Corona und Stadtpolitik

Der Bayreuther Club "Lamperium" muss schließen. Grund dafür sei neben der Corona-Krise eine "Stadtpolitik, die Innenstädte zunehmend zu Ruhezonen umdefiniert".
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Kult-Location in Oberfranken muss schließen: Das "Lamperium" in Bayreuth macht dicht. Neben der Corona-Krise führen die Betreiber noch weitere Gründe für das Aus an - etwa die Stadtpolitik sowie Veränderungen im Nachtleben. Das gaben die Verantwortlichen am Dienstag (30. Juni 2020) auf ihrer Facebook-Seite bekannt.

"Wir hatten den Traum von einem Ort, in dem Vergangenheit und Zukunft sich nicht beleidigt gegenüberstehen, sondern wollten etwas Neues, etwas Eigenes erschaffen", so die Betreiber.  Das "Lamperium" sei zu einem der wichtigsten Orte des Bayreuther Nacht- und Kulturlebens geworden. 

"Wir wollten nicht aufhören, aber uns blieb am Ende nichts anderes übrig"

Über Facebook folgte dann der Paukenschlag: "Eine Pandemie [hat uns] einfach jede Chance genommen, unsere vielen Ideen für ein neues Lamperium in die Tat umzusetzen", schreiben die Verantwortlichen. Daraus resultierte, dass der Laden nun schließen müsse. "Wir wollten nicht aufhören, aber es blieb uns am Ende einfach nichts anderes mehr übrig". 

Neben der Corona-Krise gab es laut der Location aber noch weitere Probleme. Der Club habe zu langsam auf Veränderungen im Nachtleben reagiert. Zusätzlich ändere sich die Stadtpolitik hin zu Innenstädten als Ruhezonen. Auch das Publikum habe sich gewandelt: Die Menschen seien zwar bereit, Hunderte Euro für drei Festivaltage oder ein zehntes Paar Sneaker zu bezahlen, aber keine fünf oder sieben Euro für ein Konzert einer noch nicht "gehypten Band". Den Genickbruch habe aber letztendlich die Corona-Pandemie geliefert. 

Trauer und Blick nach vorne: "Werden weiterarbeiten"

"Wir sind traurig, aber wir schauen nach vorn", erklärt das "Lamperium"-Team. Der "Lamperium Garden" in der Badstraße bleibe den Sommer über geöffnet, ebenso wie "Lamperie" und der Biergarten in der Friedrichstraße. "Von dort aus werden wir an der Idee, einen Laden mit Seele zu haben, weiterarbeiten. Jeden Tag", verkünden die Betreiber. 

Auch in Nürnberg musste bereits ein Restaurant aufgrund der Corona-Krise schließen. Die Geschäftsführerin sprach von einem "Schuldenberg", den man aufbaue. Mehr dazu im Artikel von inFranken.de.