• Im Veldensteiner Forst (Landkreis Bayreuth) ist es möglich, Wölfen zu begegnen
  • Revierleiter Sebastian Bäumler äußert sich zur Anzahl der Tiere
  • So verhalten sich Wölfe während der Wurfzeit
  • "Hunde anleinen": Tipps zum richtigen Umgang bei einem Aufeinandertreffen 

Im Veldensteiner Forst fand im Februar und März die Ranzzeit - also Paarungszeit - der Wölfe statt. Das jeweils ranghöchste Weibchen und Männchen sorgten für Nachwuchs, wie das Landratsamt Bayreuth damals erklärte. In dieser Zeit sei es vermehrt zu Beobachtungen von Wölfen gekommen, berichtete Wildtiermanager der Regierung von Oberfranken Karsten Gees. Im April und Mai verändert sich jedoch ihr Verhalten.

Wölfe im Veldensteiner Forst zuletzt im Januar nachgewiesen

Der Veldensteiner Forst misst 70 Quadratkilometer und liegt zwischen Neuhaus und Pegnitz. Sein Gebiet inklusive weiterer Flächen bietet lediglich für ein Wolfsrudel Platz, erklärt Revierleiter Sebastian Bäumler. Dazu gehöre immer das alte Wolfspaar und eventuell jüngere vom Vorjahr, welche noch nicht abgewandert sind. Laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) wurde im Veldensteiner Forst zuletzt am 30. Januar 2022 ein weiblicher Wolf sicher nachgewiesen. Dazu kämen laut Bäumler Begegnungen von Spaziergänger*innen mit Wölfen, wie etwa im Februar, die aber nicht alle bestätigt oder gemeldet würden. 

Junge Wölfe könnten bis zu 70 Kilometer nachts auf ihrer Wanderschaft zurücklegen, fügt er hinzu. Die Altwölfe hingegen blieben in ihrem Gebiet. Nach der Paarung und gut zwei Monaten Tragzeit, kommen durchschnittlich vier bis sechs Junge zur Welt, wie das Lfu erklärt. "Wenn die Jungen auf die Welt gekommen sind, halten sich die Altwölfe meist in der Nähe der Wurfhöhle auf. Daher hat ihre Aktivität jetzt deutlich abgenommen" so Bäumler. Ihm seien keine Begegnungen seit Februar zwischen Wölfen und Menschen bekannt. "In letzter Zeit waren sie sehr unauffällig."

Generell sei es sehr schwer, die genaue Größe des Bestandes abzuschätzen. Neben der Dunkelziffer an Zusammentreffen der Menschen mit den Wölfen könne man nicht nachvollziehen, wie viele Junge sich im Bau befinden und ob überhaupt welche überlebt haben. 

So verhältst du dich richtig, wenn du einem Wolf begegnest

Zwar seien zu dieser Jahreszeit keine anderen Verhaltensweisen als sonst für Besucher*innen des Veldensteiner Forsts vorgeschrieben, doch eine Regel sei laut Bäumler besonders wichtig: "Auch unabhängig von den Wölfen sollten Hunde zu dieser Jahreszeit an der Leine laufen, weil auch andere Tiere wie Rehe oder Hasen ihre Jungtiere bekommen. Generell sollte der Hund keinen Kontakt zum Wolf suchen, sondern im Einflussbereich des Menschen bleiben." Das LfU fügt weitere Verhaltensregeln bei einer Begegnung mit einem Wolf hinzu:

  • Habe Respekt vor dem Tier.
  • Laufe nicht weg. Wenn mehr Abstand möchtest, ziehe dich sich langsam zurück.
  • Wenn dir der Wolf zu nahe erscheint, mache auf dich aufmerksam. Spreche laut, gestikuliere oder mache dich anderweitig deutlich bemerkbar.
  • Laufe dem Wolf nicht hinterher.
  • Füttere Sie niemals Wölfe. Sie lernen sonst sehr schnell, menschliche Anwesenheit mit Futter zu verbinden und könnten dann aktiv die Nähe von Menschen suchen.

Wölfe sind zumeist in der Dämmerung und nachts aktiv. Ihr Beutespektrum reicht laut dem LfU von Aas über Kleinsäuger bis zu großen Huftieren. Ein Wolf nutze zudem die für ihn am leichtesten zugängliche Nahrung. Deshalb bevorzuge er weniger wehrhafte Beutetiere, also Jungtiere oder kranke, alte und schwache Tiere. Auch unzureichend geschützte Nutztiere seien gefährdet.

Wem melde ich Hinweise auf einen Wolf?

Wolfshinweise nehmen das Bayerische Landesamt für Umwelt, dein Landratsamt oder die Polizei entgegen. Das Wildtiermanagement am LfU ist täglich von 10 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 09281/1800-4640 oder per Mail (fachstelle-gb@lfu.bayern.de) erreichbar.