Die Kunden, sagt der neue Agenturchef Sebastian Peine, werden von der Fusion der Arbeitsagenturen Bayreuth und Hof überhaupt nichts merken. "Sowohl Arbeitssuchende als auch Firmen behalten ihre gewohnten Ansprechpartner." Es gab Zeiten, da schien das weniger sicher. Da machten sich die Berater im Jobcenter selber so ihre Gedanken, als eben noch Beschäftigte in der Agentur für Arbeit sich womöglich plötzlich auf der anderen Seite des Tresens wiederzufinden.

"Der Service bleibt wie gewohnt vor Ort und auch mit dem Personal. Das ist ja eine unserer Stärken", so Peine und zerstreut Befürchtungen um Kündigungen. Eventuell seien es zwei Posten, die eingespart werden, nach dem Zusammenschluss der beiden Agenturen: "Wir machen aus vier Geschäftsführern zwei. Damit hat es sich bis auf weiteres." Sebastian Peine hebt beschwichtigend die Hände. Für Peine, Vorsitzender der Geschäftsführung, hat die Fusion hingegen durchaus weitreichendere Folgen. "Ich werde mich sicher regelmäßig hier in Bayreuth umtun."

Der gebürtige Braunschweiger führte die Bundesagentur in Hofseit 2009. Die fusionierte Agentur hat dort seit Oktober nun auch formal ihren Sitz. In Bayreuth steht ihm Martina Seebach zur Seite, die sich als Geschäftsführerin um den operativen Zweig kümmert. Das Zusammengehen ist Folge der Neuorganisation der Bundesagentur für Arbeit. Aus 176 werden dann 153 Agenturen.

Ziel der Restrukturierung ist es, so Peine, die Zuständigkeiten der Agenturen an die Landkreisgrenzen anzupassen, sie sozusagen deckungsgleich zu bekommen. "Vor allem aber soll der ad ministrative Bereich ein Stück weit zurückgeführt werden, um dafür mehr Spielraum für die Ar beit mit unseren Kunden zu bekommen."
Für Peine hat die Fusion bereits seit 1. März Gestalt angenommen, denn seither hat er bereits neben seiner Leitungsfunktion in Hof führende Aufgaben in Bayreuth mit betreut. Vorgängerin Brigitte Glos ist nach Coburg in die - mittlerweile ebenfalls fusionierte - Agentur Bamberg-Coburg gewechselt. Eine rein betriebsinterne Umbesetzung, so Peine. Betriebsbedingte Kündigungen solle es nicht geben. "Es stimmt aber, dass wir im Zuge der Neuausrichtung bei einigen Beschäftigten mit befristeten Verträgen diese nicht verlängert haben."

Die Bundesagentur Bayreuth/Hof hat 289 Mitarbeiter, davon 256 Vollzeitbeschäftigte. Umziehen, sagt Peine, muss keiner. "Wir zwingen niemanden zur physischen Mobilität, also eines Wechsels seines Arbeitsplatzes von einem zum anderen Standort. Es kann jedoch nötig werden, dass jemand, der am angestammten Ort bleiben möchte, eine gewisse Flexibilität in Sachen Tätigkeitsschwerpunkte zeigen muss, der oder die Beschäftigte also so zusagen fachlich mobil werden muss."

An den Dienststellen in Bayreuth, Kulmbach und Pegnitz sowie in Hof, Münchberg, Selb und Marktredwitz soll nicht gerüttelt werden, auch was das Dienstleistungsangebot betrifft.
Einzige Ausnahme: Der nördliche Landkreis Tirschenreuth. Dort wechseln sieben Gemeinden aus dem Landkreis zum Agenturbezirk Weiden und werden von der Agentur in Tirschenreuth betreut.