• Deutsche Post mit peinlicher Verwechslung
  • Hausarbeit von Elias wird nach Beirut statt nach Bayreuth geschickt
  • Post kann Irrläufer nicht erklären und will Porto erstatten

Deutsche Post verwechselt Beirut mit Bayreuth: Elias wollte seine Hausarbeit Corona-konform mit der Post versenden - doch die sendet das Dokument nicht an die Universität Bayreuth, sondern in das über 3000 Kilometer entfernte Beirut. Für Elias ist das nicht das erste Mal, dass er Probleme mit der Post hat. "Im Mai ist schon einmal eine Hausarbeit von mir in der Post verloren gegangen", berichtet er inFranken.de. Aber dass sie jetzt ausgerechnet in Beirut landet, hat ihn dann doch überrascht. "Ich dachte, wenn ich die Arbeit in Bayreuth abschicke, sollte sie sicher ankommen. Sie musste ja eigentlich nicht mal die Stadt verlassen."

Verwechslung in Bayreuth: Studentenarbeit befindet sich auf Weg nach Beirut

Elias studiert Jura in Bayreuth. Zum Abschluss der Grundphase seines Studiums musste er eine Hausarbeit schreiben. Wegen Corona schickt er sie per Post an die Universität Bayreuth, per Einschreiben. Nach zwei Tagen will er wissen, ob seine Arbeit auch wirklich angekommen ist. "Als ich die Sendungsnummer eingegeben habe, stand dort, dass sich meine Arbeit zur internationalen Verschiffung im Logistikzentrum in Frankfurt am Main befindet." Elias ist verwirrt, die Informationen zur Sendung sind auf Arabisch. "Nach einigen Nachforschungen wurde mir klar: Meine Hausarbeit ist auf dem Weg in den Libanon." 

Elias ruft panisch seinen Lehrstuhl an. "Ich dachte, dass ich jetzt seit August umsonst an einer Hausarbeit gearbeitet habe." Aber im Sekretariat bekommt er Entwarnung: Er kann die Arbeit erneut in schriftlicher Form abgeben. "Wir müssen aus Plagiatsgründen auch immer eine Version der Arbeit per E-Mail schicken", erläutert Elias. So kann die Uni feststellen, dass er nachträglich nichts mehr an der zweiten Version geändert hat. Elias hat die Arbeit dann persönlich abgegeben - mit Maske und Abstand. "Ich wollte wirklich sichergehen, dass sie ankommt." 

Von der Deutschen Post hat Elias bis heute keine Erklärung bekommen. "Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Sie haben sich nie bei mir gemeldet." Irgendwer im Libanon habe jetzt eben eine deutsche Jura-Hausarbeit. Ob Elias nochmal eine Hausarbeit per Post versenden wird, weiß er nicht. Die nächsten drei bis vier Semester habe er erstmal Ruhe davor, erst danach müsse er wieder eine Hausarbeit schreiben. "Und bis dahin kann man Hausarbeiten ja vielleicht wieder persönlich abgeben", sagt er lachend. 

Deutsche Post kann sich Fehler nicht erklären

Die Post bestätigt den Fall - und kann ihn nicht erklären. "Warum dies passiert ist, konnten wir bisher trotz intensiver Bemühungen nicht klären", teilt die Deutsche Post auf Nachfrage der dpa mit.

Der Student gab die Arbeit am 2. November bei der Post in Bayreuth ab, bestätigt ein Sprecher der Post. Zwei Tage später sei die Sendung beim Internationalen Postzentrum in Frankfurt "leider falsch in Richtung Libanon abgeleitet worden". Möglicherweise sei die Adresse schlecht zu lesen gewesen. Noch sei unklar, ob der Fehler schon bei der Annahme in Bayreuth oder erst beim Verteilen in Frankfurt passiert sei.

"Die Original-Sendung ist leider immer noch auf dem Weg in den Libanon beziehungsweise wieder zurück", bedauerte der Sprecher der Post. Eine internationale Bearbeitung könne bis zu sechs Wochen dauern. Die Porto-Kosten würden natürlich erstattet.