• Wilhelminenaue in Bayreuth leidet unter Vermüllung: Stadt nennt es "weiteren, traurigen Höhepunkt"
  • Ehemaliges Landesgartenschau-Gelände wird zu Party-Hotspot: Großes "Frustrationslevel" bei Stadt
  • Aufruf zu "öffentlicher Party" in Bayreuth: "Wir stürmen die LGS (Landesgartenschau)", schreibt Projekt X
  • "Unmengen an Müllbergen": Was kann man gegen die Vermüllung der Wilhelminenaue tun?

Müllproblem in Bayreuther Wilhelminenaue: Auf dem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände in Bayreuth wird immer mehr Abfall hinterlassen. "Schon seit mehreren Wochen haben wir dieses Problem", erklärt Joachim Oppold, Pressesprecher der Stadt Bayreuth. "Das ist ein weiterer, trauriger Höhepunkt in der Geschichte der Vermüllung der Wilhelminenaue." Meist bei schönem Wetter kommen hier in Bayreuth überwiegend jungen Menschen dort zusammen, um gemeinsam ausgiebig zu feiern und wilde Partys zu veranstalten.

Feiermeile in der Wilhelminenaue: Bayreuther rufen auf Instagram zu "öffentlicher Party" auf

"Das Phänomen begleitet uns schon den ganzen Sommer", sagt Ernst Barth von der Polizei  Bayreuth. Jüngst hatte die Instagramseite "project_x_bayreuth" zu einer großen "öffentlichen Party" am 31. Juli 2021 in Bayreuth aufgerufen. "Wir stürmen die LGS (Landesgartenschau)", heißt es weiter, die 2016 in der Wilhelminenaue in Bayreuth stattfand. Das Problem sei jedoch nicht neu: Schon zwei Wochen zuvor beklagte sich der Kulturkiosk zur Seebühne über die feiernden "Gäste" der Wilhelminenaue.

"Bis zu 500 Leute sind an diesem Abend aufgetaucht", berichtet Barth von der "öffentlichen Party" am 31. Juli 2021. Die Polizei sei zwar vorbereitet gewesen, "und es ist eigentlich alles recht friedlich abgelaufen", so der Sprecher. Er erzählt von "kleinen, niederschwelligen Körperverletzungen im Ohrfeigenbereich." Das größere Problem sei jedoch: "Die Unmengen an Müllbergen. Die Meisten lassen ihren Müll stehen und liegen." Dafür sei die Polizei jedoch nicht zuständig, sondern das Stadtgartenamt - "die müssen das Ganze dann ausbaden".

"Es ist nicht der Umstand, dass überhaupt gefeiert wird", betont der Stadtpressesprecher Oppold. "Sondern eher die Tatsache, dass das Gelände in einem Zustand verlassen wird, den niemand vorfinden wollte." Durch öffentliche Aufrufe zu Partys sei die Vermüllung nochmal besonders schlimm geworden. "Allein letztes Wochenende" - am Tag der "Stürmung" der LGS - "haben wir 40 große Müllsäcke voll bekommen. Verpackungen, Pizzakartons und viele, viele Glasscherben!"

Müllproblem in Bayreuth: "Nicht unerhebliches Frustrationslevel"

"Die Leute vom Stadtgartenamt sind schon permanent im Einsatz, um den Dreck, der hinterlassen wird, zu beseitigen", erklärt Oppold. Langsam mache sich bei den Mitarbeiter*innen jedoch ein "nicht unerhebliches Frustrationslevel" breit. "Die sind dauerhaft eingespannt. Dabei haben die dafür eigentlich gar nicht die Kapazitäten, weil sie eigentlich für die Blumen und Pflanzen zuständig sind."

"Das Problem ist ja auch nicht neu und wir versuchen schon seit geraumer Zeit, dem entgegenzuwirken", so Oppold. Man habe sowohl die Anzahl der Mülleimer im Gelände erhöht als auch einen Sicherheitsdienst engagiert, der freitags bis sonntags zwischen 20 Uhr und 2 Uhr anwesend sei, "um die schlimmsten Auswüchse zu verhindern". Die Wilhelminenaue sei jedoch ein großes Gelände, "das macht es natürlich schwierig", obwohl die Maßnahmen bis dato fast verdoppelt worden seien.

In Kürze werde deshalb ein "Abstimmungsgespräch" mit dem Stadtgartenamt, der Polizei und dem Bayreuther Ordnungsamt stattfinden. "Dort werden wir besprechen, welche Möglichkeiten wir noch haben, um steuernd einzugreifen." Zum jetzigen Zeitpunkt könne man jedoch nur einmal mehr eindringlich appellieren: "Es kann einfach nicht zu viel verlangt sein, dass man einfach seinen Dreck wegräumt."

Lesen Sie auch: Ein Bayreuther Arzt schlägt Alarm: Drastische Corona-Folgen bei Kindern - Ansturm auf die Kinderklinik