Da hilft nur eins gegen das Muffensausen: Zahnschmerzen. Ein gnadenloses Bohren, Reißen und Wühlen in der Kauleiste. Etwas anderes treibt manchen Zeitgenossen nicht auf den Behandlungsstuhl beim Zahnarzt.

Am 9. Februar ist "Internationaler Tag der Zahnschmerzen". Für alle, deren Beißer keine Probleme bereiten, ein Grund zum Dankbarsein. Für die, bei denen es zwickt und zwackt, sich zu fragen, ob sie nicht vielleicht doch bisschen nachlässig waren bei der Zahnpflege.

Die Grundschüler aus Königsfeld können darüber nur lachen. Angst vor dem Zahnarztbesuch hat niemand aus der vierten Klasse. Zumindest beteuern das die Jungen und Mädchen vehement. Es mag daran liegen, dass sie "Stammgäste" beim Doktor sind. Freiwillig.


Der letzte ist ein bisschen braun

Das mit Ninas Zahn lohnt jetzt nicht mehr. Er ist der einzige, der eine braune Stelle aufweist - aber auch der einzige Milchzahn, den sie noch hat. "Und der wackelt schon", sagt sie. Die Zehnjährige ist die erste, die sich meldet, als es darum geht, zu erzählen, wie es so ist beim Zahnarzt.

Seit vielen Jahren nimmt die Königsfelder Schule erfolgreich an der Aktion "Löwenzahn" teil, initiiert von der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit. Sie ist quasi abonniert auf den zweiten Platz, immer übertroffen vom Serien-Sieger, der Grundschule Stadelhofen.

Was der größte Feind gesunder Zähne ist, weiß Nina auch. "Das ist der Zucker. Der wird im Mund zu Säure, und Säure zerstört den Zahnschmelz. Dann kann sich leicht Karies bilden."

Nicht viele zuckerhaltige Sachen essen und trinken, oft und gründlich die Zähne putzen und regelmäßig den Zahnarzt nachschauen lassen, ob alles in Ordnung ist. Wer das beherzigt, hat löwenstarke Zähne.


Kleine Belohnung zum Schluss

Beim Zahnarzt lässt sich auch noch was lernen. "Er zeigt mir, wo ich noch besser putzen muss", sagt Nick. Er findet es gut, dass er sich nach der Behandlung bei ihm immer was aussuchen darf: Zahncreme, ein Abziehtattoo oder was kleines zum Spielen.

Und alles fragen kann man den Arzt auch - oder nimmt Wissen nebenbei mit. "Wenn in der Praxis Bilder hängen, auf denen zu sehen ist, wie viel Zucker zum Beispiel in Nutella oder Marmelade steckt", wie bei Valentina.

Und was würden die Königsfelder Viertklässler jemandem sagen, dem es vor der Untersuchung beim Zahnarzt graut? "Da musst Du überhaupt keine Angst haben. Wenn du deine Zähne gut geputzt hast, schaut er nur nach. Und wenn doch ein bisschen Karies am Zahn ist, muss er kurz bohren. Er tut was dagegen, damit es nicht mehr wird."


Was macht er denn da, der Zahnarzt?

Hat man's erstmal auf den Behandlungsstuhl beim Zahnarzt geschafft, ist meistens auch die Angst vorbei. Doch was drückt, klopft und kratzt er da rum am Gebiss, bei der Untersuchung? Und vor allem: Was redet er?

Die drei wichtigsten Instrumente des Zahnarztes finden sich auf dem "Tray", einem kleinen Tischchen, und bilden das sogenannte Grundbesteck. Es besteht aus einem kleinen Spiegel, einer Pinzette und einer Sonde, eine Art Haken.

Zu Beginn einer sogenannten "Eingehenden Untersuchung" fragt der Zahnarzt, weshalb der Patient gekommen ist. Dann prüft er, ob Schäden von außen zu sehen sind, wie Schwellungen oder Verletzungen in den Mundwinkeln.

Danach wird helles Licht auf den Mund gerichtet, die Zahnstellung und die Zähne betrachtet und abgetastet.
Das Gebiss ist in vier Quadranten eingeteilt, die im Uhrzeigersinn untersucht werden. Begonnen wird rechts oben. Jeder Zahn hat eine international festgelegte Zahl, die aus zwei Ziffern besteht. Die erste Ziffer beschreibt den Quadranten, die zweite die Position des Zahns von der Mitte aus.

Außerdem wird das Zahnfleisch betrachtet und der Zustand nach Schulnoten eingeteilt. Zuletzt werden auch der Gaumen und alle Schleimhäute, Wangen und die Zunge überprüft. Während der Untersuchung diktiert der Zahnarzt alles einer Helferin, die die gesamte Behandlung dokumentiert.


Fachchinesisch

Diese Begriffe fallen fast immer bei einer Untersuchung. Sie beschreiben die Seiten eines Zahns: "okklusal" die Kaufläche und das Aufeinanderstellen der Zähne. "Labial" bezeichnet die Fläche zur Wange hin, "lingual" die zur Zunge. Der Begriff "mesial" beschreibt die Fläche des Zahnes, die nach vorne zeigt. Außerdem gibt es noch "distal", die Fläche, die nach hinten zeigt.