Bamberg/Bayern: Würgauer Berg bei Scheßlitz: Wie geht es weiter mit dem Fahrverbot für Biker?
Autor: Redaktion
Scheßlitz, Donnerstag, 27. Dezember 2018
Die einjährige Testphase am Würgauer Berg im Kreis Bamberg ist vorbei, die Unfallzahlen sind gesunken. Nun kommt eine zweite Testphase - mit neuen Regelungen.
Das Fahrverbot für Motorradfahrer an Wochenenden und Feiertagen am Würgauer Berg im Landkreis Bamberg (Oberfranken) wird um ein weiteres Jahr verlängert. Dazu wird die Geschwindigkeitsbegrenzung angepasst - eine zweite Testphase soll zeigen, ob die Unfallzahlen dann niedrig bleiben.
Die Unfallzahlen an der für ihre gefährlichen Kurven bekannten, knapp drei Kilometer langen Strecke bei Scheßlitz (Landkreis Bamberg) seien während der einjährigen Testphase seit Oktober 2017 deutlich zurückgegangen, teilte die Polizei auf Anfrage mit.
Zahl der Unfälle stark gesunken
Laut der polizeilichen Statistik kam es lediglich an Werktagen zu drei Motorradunfällen mit zwei Leicht- und einem Schwerverletzten. Zwischen 2007 und 2017 hatten sich nach Angaben der Polizei am Würgauer Berg 58 Motorradunfälle mit 32 Schwerverletzten und drei Toten ereignet.
Derzeit gilt am gesamten Würgauer Berg eine Begrenzung auf 50 km/h. Von Januar 2019 an darf man, abgesehen von gefährlichen Kurven, wieder mit Tempo 70 fahren. Eine zweite Testphase soll zeigen, ob die Unfallzahlen dann niedrig bleiben.
Kultberg mit Todesopfern
Bei vielen Bikern aus Bayern, Thüringen und Sachsen ist der Würgauer Berg in der Fränkischen Schweiz Kult. Viele unterschätzen aber die Gefahren. Das Landratsamt Bamberg hatte das Fahrverbot im Herbst 2017 verhängt, da die Zahl der Unfälle trotz Überholverboten und der Begrenzung auf Tempo 50 nicht zurückgegangen war. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München hat das Fahrverbot inzwischen für rechtens erklärt. Ein Motorradfahrer hatte dagegen geklagt.
Viele Motorradfahrer seien auf andere Strecken ausgewichen, beispielsweise zur Burg Feuerstein. Dadurch sei es auch dort zu mehr Unfällen gekommen. Hingegen betont Albert Häfner, Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Land: "Es hat nirgendwo im Umkreis von 50 Kilometern mehr Motorradunfälle gegeben als vorher."rowa/mit dpa