Sandkerwa 2017 in Bamberg ist endgültig abgesagt

Sandkerwa 2017: Volksfest in Bamberg abgesagt - Terrorgefahr Grund - Kommt Rettung?

Wenn um 0.30 Uhr im Festgebiet nichts mehr ausgeschenkt werden darf, hören die Nachtschwärmer deswegen noch lange nicht auf zu feiern: Es zieht sie in die benachbarten Lokale, Restaurants und Kneipen, wo man sich zur "After-Sandkerwa-Party" trifft. Denn dort beginnt die Sperrstunde erst zwei Stunden später und solange werden die Gäste natürlich gern bewirtet.


Zeitweise Einlassstopp

Allerdings gehört viel Geduld und ein wenig Glück dazu, ein Plätzchen in einem der wenigen Lokale zu finden, wenn es wie am Samstagabend regelrechte Menschenströme zum Weiterfeiern dorthin zieht. Geduld deswegen, weil bei nahezu allen gastronomischen Örtlichkeiten sich lange Schlangen am Eingang bilden und Glück, wenn - wie beispielsweise am Samstag im Bolero an der Schranne - ein Einlassstopp wegen Überfüllung verhängt werden musste.
Apropos Bolero. Hier haben die beiden Geschäftsführer Ralf Schmidtlein und Thomas Gebert sprichwörtlich aus der Not eine Tugend gemacht. Denn nachdem sie dieses Jahr wegen eines Nachbarstreites die Hemingway nach zwanzig Jahren nicht aufmachen konnten beziehungsweise wollten, suchten sie nach einer Alternativlösung und die fanden sie im Bolero an der Schranne. Hier errichteten sie in kürzester Zeit eine neue Partyzone.
"Wir haben seit zwei Jahren zwar schon immer Livebands in unserem spanischen Restaurant spielen lassen, allerdings nur im Garten", schilderte Ralf Schmidtlein. Dieses Jahr jedoch haben sie aus den Innenräumen Tische und Stühle herausgeräumt, mehrere Lichtanlagen installiert sowie drei Bars hineingezimmert. Zwar sind auch hier etliche Arbeitsstunden fällig gewesen, aber im Großen und Ganzen war der Aufwand für die Betreiber deutlich geringer als das Herrichten der Hemingway-Bar, sagen Schmidtlein und Gebert. Das neue Konzept ging auf und fand bei den Besuchern viel Anklang.


Keine Wehmut

"Allerdings ist es jetzt nicht so, dass die Hemingway-Bar ins Bolero gewandert ist, vielmehr schließt sie eine entstandene Lücke", sagt Schmidtlein. Zumal die beiden Gastronomen auch weiterhin vorhaben, im nächsten Jahr wieder einen geeigneten Ort auf der Sandkerwa zu finden. Dennoch können sie sich durchaus vorstellen, dass sie das Bolero dann auch wieder so umgestalten werden, im Garten Essen anbieten, Live-Bands spielen lassen und in den Innenräumen eine Partyzone einrichten. Zumal es laut Schmidtlein nicht zuletzt durch den verstärkten Einsatz von Sicherheitskräften im Bolero keinerlei Probleme oder Ausschreitungen gab.
Es sei bisher an allen Tagen äußerst friedlich zugegangen. Nur ein "Spaßvogel" meinte brüllen zu müssen, er werde jetzt eine Bombe hochgehen lassen. Für ihn gab es werden von den Sicherheitskräften noch von der alarmierte Polizei Pardon. Und spätestens als sich der vermeintliche Scherzkeks auf der Polizeiwache befand, ist im sicherlich der Spaß vergangen. "Da wir diese gute Ersatzlösung finden konnten, fällt es uns nicht ganz so schwer, dass wir die Hemingway-Bar heuer schließen mussten", so die Betreiber. Schmidtlein hat auch persönlich nicht allzu viel Wehmut verspürt.
Ganz anders viele Stammgäste der Hemingway-Bar, die vor den verschlossenen Türen im Sand trauerten.