Entweder die Wagenbauer für den Festumzug hatten eine Vorahnung, dass die Temperaturen heuer näher an der 40- als an der 30-Grad-Marke sein werden oder sie reagierten flexibel auf die Kirchweih-Rekordhitze, denn ein Jahr vor dem großen 50er-Jubiläum beherrschte das Thema "Wasser" die Traditionsveranstaltung mit insgesamt 39 Fußgruppen, Orchestern und Motto-Wagen.

Mit ihrer "Schatzinsel" betrieben die "Kulturbanausen" wie in den Jahren zuvor den wohl größten Aufwand. Die Laienspielgruppe bewies auch abseits der Bühnenbretter wieder einmal ihr Talent und setzte auf Piraten, Palmen, Ananas und Inselsand. Motto: "In Strullendorf geht's bergauf ganz steil. Die Schatzinsel ist unser neuer Gemeindeteil". Über einen solchen Neuzugang mit Kisten voller Gold würde sich sicher auch Bürgermeister Wolfgang Desel freuen, der mit seinen Amtskollegen aus der ungarischen Partnerstadt Izsák und dem Freundeskreis das 20. Jubiläum feierte. So nahmen denn auch viele ungarische Gäste aktiv am Umzug teil und sorgten für ein belebendes Element.

Zurück zum Wasser: Die jungen F1-Fußballer des 1. FC Strullendorf saßen zwar nicht auf einer Insel, machten es sich aber auf der "Arche Desel" gemütlich und ließen sich feiern. Sie trotzen dem "Hochwasser", während die Jugend der Freiwilligen Feuerwehr ("auch in der Urlaubszeit immer einsatzbereit") viel Wasser an Bord von "Fire Department" hatten. Am Samstagnachmittag löschten sie keine Brände, diesmal duschten sie die Zuschauer, die diese Eimer-Wasser-Löschung zur Abkühlung dankend annahmen.

Natürlich durfte auch das sportliche Element nicht fehlen: Da wurden Räder geschlagen, mit Basketbällen gedribbelt und stellvertretend für die vielen RMV-Concordia-Garden nahm das Young Team I teil. Aber nicht nur die sportlichen Mädchen waren eine Augenweide, sondern auch nostalgische Traktoren. Einer davon wurde von Hans Fleischmann gefahren: Baujahr 1962, 27 PS und mit den Brieftauben im Gepäck. Diese überstanden den Umzug genauso unbeschadet wie alle Teilnehmer, die sich über die Wasser-Versorgungsstationen an der Strecke sehr freuten.

Am meisten mussten anschließend die "Kerwas-Buam" schwitzen: Einen stattlichen Baum von 23 Metern mittels Muskelkraft und "Schwalben" in die Senkrechte zu hieven, ist kein Zuckerschlecken, sondern Schwerstarbeit. Eine knappe halbe Stunde und das Werk war vollbracht. Verkündet hat dies Bernd Storchmeier als "Kanonier", ehe dann im Zelt das erste Bier angezapft wurde.

Uwe Schmitt von den "Kerwas-Buam", die zusammen mit der Wasserwacht und dem DC Paradiesvögel die viertägige Bewirtung im Festzelt betrieben, überreichte dabei dem Gemeindeoberhaupt einen Anschnitt vom Kirchweihbaum; in Erinnerung an die letzte Kirchweih auf dem Festplatz an der B4. Aus baulichen Gründen steht dieser Traditionsstandort beim "goldenen" Jubiläum 2016 nicht mehr zur Verfügung. So endet nach dem heutigen Montagabend mit der Band "Dochrinna" gegen 22 Uhr eine Kirchweihära. Wo das Jubiläum stattfinden wird, ist noch nicht definitiv entschieden.