Der Einladung gefolgt waren nicht nur rund 500 Umzugsteilnehmer, sondern auch wohl rund das zehnfache an Umzugsbesuchern. Viele von ihnen verkleidet und närrisch geschminkt - sei es als Clowns, Cowboys, Häschen, Mexikaner oder Chinesen. Nicht ganz soweit angereist kamen die Faschingsfreunde - aber immerhin doch aus ganz Franken von Lichtenfels bis Nürnberg und Fürth und dem Bamberger Umland.

Auf der Bühne am Baunacher Marktplatz war es Reinhold Schweda vom Ortskulturring vorbehalten, launig und schlagfertig das Umzugstreiben zu kommentieren. "Die haben wohl die Einflugschneise verpasst", mutmaßte Stadtratsmitglied Schweda, als der Zug sich ein bisschen später als erwartet "den Berg hinauf" Richtung Marktplatz bewegte.

Doch dann kam Bewegung ins Narrenvolk, denn nach dem Komiteewagen des OKR Baunach war es der Faschingsclub Narretei aus Baunach mit seinem Prinzenpaar Anja II. und Johannes I. mit gleich drei Garden (Jugend-, Mädchen- und Minigarde), der für einen ersten Höhepunkt sorgte.

Überhaupt waren die Kreativität und der Einfallsreichtum der Zugteilnehmer kaum zu überbieten: Kommunale Ärgernisse wurden ebenso närrisch beleuchtet, wie die Energiepolitik. Von fast schon antiken Bulldogs gezogen, die, so schätzte Schweda, wohl schon älter als die meisten Zugteilnehmer waren, war es zum Beispiel die Freiwillige Feuerwehr Reckenneusig auf ihrem Umzugswagen, die die Dauerbaustelle B 279 in Baunach anprangerte, während der Anglerverein Baunach diese als Geisterbaustelle identifizierte und damit gleich die Ursache des monatelangen Staus erkannte.

"Rückgrat statt Rücktritt" forderten die Pferdepartner Franken, während der Wanderclub Tacheles beim Kirchenumbau redete und die Medlitzer Jugend ebenso wie der Stammtisch "Wombats" angesichts davongaloppierender Strompreise den Atomausstieg als viel zu schnell ansahen.

Musikalisch unterstützt wurden Garden und Motivwagen durch den Musikverein Priegendorf, dessen Aktive als buddhistische Mönche in Franken durch Baunachs Straßen wandelten sowie durch den Musikverein Baunach, der mit seinem Nachwuchs-Orchester und dem Aktivenorchester das Narrenvolk am Straßenrand in wippende und schunkelnde Bewegung versetzte.

Ein absolutes Highlight war der der Priegendorfer "Zoo". Verdientermaßen landete er bei Bewertung der schönsten Gruppen des Baunacher Umzuges auf dem ersten Platz. Das OKR-Komitee, mit Rudi Wacker (SPD), Tobias Roppelt (CBB) und Anneliese Saam (CSU) fraktionsübergreifend besetzt, belohnte die Fleisch- und Wurstfreunde Ebern-Heubach für ihre anschauliche Kritik am Hallenbad in Ebern mit einem zweiten Platz, Dritte wurde die Minigarde des Faschingsclubs Narretei. Sie alle wurden mit Geldpreisen bedacht.

Mit einem dreifachen "Bunahu", dem närrischen Schlachtruf der Baunacher, wurden die Hexen des KCV Knetzgau oder die Jugendgruppe OGV Rattelsdorf begrüßt, die bei Vielen Beifall für ihr Motto "Besser im Verein, als allein daheim" erntete. Schon seit "Menschengedenken" sind der Faschingsverein Rentweinsdorf, die "Concordia" aus Maroldsweisach mit ihrem Mallorca-Express oder die Zapfendorfer Burschen, die ihre "Beach Party" zelebrierten, Stammgäste beim Baunacher Faschingsumzug, während die Baunacher Feuerwehr sich auf die Suche nach einem Weihnachtsmarktmanager machte, der den Baunacher Weihnachtsmarkt zu neuer Blüte führen soll. Oder sollte etwa das fahrende Freudenhaus des FC Baunach, das dieser gerne im neuen Bürgerhaus einquartieren würde, vielleicht sogar Gestalt annehmen?