Gruß- und Segenswünsche in Hülle und Fülle für Johannes Reinsch. Angesichts der hohen Wertschätzung, die der Dekan anlässlich seiner 25-jährigen Priesterweihe in zwei Festgottesdiensten erhielt, geriet beim "Doppeljubiläum" die 50-Jahrfeier der Kirchenweihe von St. Paul etwas in den Hintergrund. Sein Wirken in den beiden Pfarreien Strullendorf und Amlingstadt, wo er seit September 2000 tätig ist, wurde bei diesem "silbernen" Festtag - seine Primiz fand am 29. Juni 1991 in seinem Heimatdorf Presseck statt - gebührend gewürdigt.

Zehn befreundete Priester, Verwandte und Freunde, die Vereine und sehr viele Gläubige feierten mit ihm den Gottesdienst, gestaltet von CHORhythmix und der Kirchenmusik, und anschließend auf dem Kirchplatz das vorgezogene Pfarrfest.

Thomas Wagner (Benediktiner Niederalteich), ein Studienfreund, der auch bei der Reinsch-Primiz vor 25 Jahren die Predigt hielt, skizzierte
den Lebensweg des Jubilars: Abitur am Bamberger Theresianum, Theologie-Studium in Rom, Priesterweihe durch Erzbischof Elmar Maria Kredel, Kaplan in Stegaurach und Ansbach St. Ludwig, Pfarrer in Erlangen und Dekan (seit 1. Mai 2008). Der Festtagsprediger bezeichnete den Jubilar als einen Menschen mit Gelassenheit, Ruhe, Contenance und sprach das Gebet, das der Dekan vor 25 Jahren allen Teilnehmern mitgegeben hatte.

Vom Pater Wagner zum Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden Bernhard Wagner, der den knapp einstündigen Reigen voller Glückwünsche, Geschenke und Lobeshymnen begann. Er legte die vielen Facetten des Priesters mit Reinsch-Bezug dar ("mitten im Leben stehend, auf Gott und Menschen ausgerichtet, Zuversicht ausstrahlend"). "Wir schätzen Ihre ausdrucksstarken, verständlichen Predigten und ihren wunderbaren Gesang", verkündete er, ehe großer Applaus aufbrandete.

Natürlich durften auch die Jüngsten - die beiden Kindergärten ("schön, dass Du geboren bist") und Ministranten - nicht fehlen, ehe Erster Bürgermeister Wolfgang Desel das "unermüdliche Handeln" des Jubilars hervorhob.

Die Gratulantenschar im Stenogramm: Eckkard Mattke (Ev. Kirchengemeinde), Francis Plakkil (Seelsorgebereich Hirschaid), Rudolf Förtsch (KAB-Ortsvorsitzender), Günther Kraus (Leestener Kapelle) und Oskar Deglmannn (Dekanrats-Vorsitzender).

Der "Beweihräucherte" (Zitat Reinsch) erwiderte: "Es tut doch gut, wenn einem so viel Wohlwollen und Freundschaft entgegengebracht wird. Ich freue mich in einer solch tüchtigen Pfarrgemeinde zu sein. Als Priester bekommt man einerseits den Reichtum des menschlichen Lebens mit, andererseits aber auch viel Elend und Schicksale!" Er verschwieg auch nicht sein Gefühl, dass die praktizierenden Gläubigen jedes Jahr weniger werden. "Es wird schwieriger, das Evangelium den Menschen näherzubringen!" Umso eindringlicher sein Appell: "Mitbauen an Gottes Kirche gegen allen Zeitgeist!"

Beim anschließenden Pfarrfest kamen auch viele Anekdoten und Privates zur Sprache. "Heimatverbunden, christlich und ehrlich", charakterisierte Schwester Waltraud ihren älteren Bruder (bekannt als leidenschaftlicher Club-Fan), der sich gut vorstellen kann, bis zum Rentenalter Strullendorfer zu bleiben, was sicher auch mit dem sehr engagierten "lebendigen" Pfarrgemeinderat zu tun hat. Nicht zu vergessen seine "Perle" Anni Bauer (88), die ihm schon seit 20 Jahren den Haushalt führt.


Glückwünsche und "Flößer-Lied"

Am Abend vor dem Strullendorfer Doppeljubiläum hielt Regens Ewald Sauer die Festpredigt in Amlingstadt. Seine 16 Jahre wurden in einem Foto-Buch dokumentiert. Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Jürgen Doktorowski und Kirchenpflegerin Irene Schütz gratulierten beim Pfarrheim-Empfang ebenso herzlich wie die Vereine. Die Kirchenmusiker mit Franz Müller spielten das "Flößer-Lied" und dazu einige Verse, die sich auf das Leben von Dekan Reinsch bezogen. Bei Johannes Reinsch wurde der Grundstein zu seinem Beruf bereits in der Kindheit gelegt, vom heimischen Pfarrer, als Ministrant und später dann im Studien- und Freundeskreis. "Ich war immer im Dunstkreis von Kirche!" Seine berufliche Zwischenbilanz nach einem Vierteljahrhundert fällt positiv aus. Die "Beweihräucherung" hat er sich verdient!