Die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband laden jedes Jahr Schul- und Kindergartenkinder zu einem Kindertag auf einen Bauernhof ein. Die zentrale Eröffnung für Bamberg fand in diesem Jahr auf dem Milchviehbetrieb der Familie Georg Rauh in Buttenheim statt.

Insgesamt 931 Kinder in der Stadt und im Landkreis Bamberg werden im Rahmen dieser Aktion einen Bauernhof besuchen. Der Kindertag, dessen Schirmherr 2015 Philipp Lahm ist, steht heuer unter dem Motto: "Wo wächst mein Mittagessen? Lebensmittel vom Bauernhof."

Die Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen der Deichselbachschule Buttenheim wurden von der Kreis- und Landesbäuerin Anneliese Göller begrüßt. Sie hatte zu Beginn der Veranstaltung einen Blumenstrauß erhalten, da sie erst kürzlich ins Präsidium des Deutschen Landfrauenverbands gewählt wurde.
Für sie ist es überaus wichtig, dass Kinder erfahren, "wie regionale Lebensmittel erzeugt werden und wie wichtig diese für eine gesunde Ernährung sind".

Vor Ort waren auch Buttenheims Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU) und der Bamberger Landrat Johann Kalb (CSU), der in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hause ist. Andreas Knorr, vom Amt für Ländliche Entwicklung, ermutigte die Lehrerinnen und Lehrer das Thema Landwirtschaft in ihrem Unterricht ausführlich zu behandeln.

Dass die Kuh nicht lila ist, braucht man den Buttenheimer Schülerinnen und Schüler nicht zu erklären. Was aber eine Kuh jeden Tag frisst und wie ihr Futter zusammengestellt ist, wieviel sie trinkt und wieviel Liter Milch sie täglich gibt, haben sie aus erster Hand von Georg Rauh in seinem neuen Boxenlaufstall erfahren. Zusammen mit den mithelfenden Familienmitgliedern hat er sich viel Zeit genommen, um den eigenen Betrieb zu zeigen und geduldig alle Fragen der Kinder zu beantworten. Ob es nun um die Aufzucht der Kälber, den Bereich für die Kühe in der "Babypause", die automatische Fütterung oder den Melkstand ging, alles wurde von den kleinen Besuchern genau in Augenschein genommen. Mit sehr viel Interesse begutachteten sie zum Beispiel die "Wellnesstation", da bekommen die Kühe das Fell gebürstet, sowie die automatische Stallentmistung.

Landwirt Peter Schlund, stellvertretender Obmann im Landkreis Bamberg, erklärte den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus die heimischen Getreidesorten, wie sie im Augenblick im Feld stehen. Zusätzlich gab es Informationen, wie und mit welchen Geräten der Ackerboden bearbeitet wird.

Großen Spaß machte allen das Getreidemahlen mit Hilfe eines Fahrrads. Jeder konnte auch einmal in einem nagelneuen und in einem schön in die Jahre gekommenen Bulldog sitzen. Für den geplanten Melkwettbewerb mit Gummieuter blieb keine Zeit mehr. Schließlich musste man sich noch mit Butterbroten mit Schnittlauch sowie mit Kakao stärken, bevor es wieder zurück in die Schule ging.

Nicht nur die Grundschüler fanden den Vormittag auf dem Bauernhof "ziemlich cool". Auch Schulleiter Peter Dotterweich zeigte sich recht angetan von diesem Unterrichtsgang, den als eine "Bereicherung für den Schulalltag der Kinder" bezeichnete. Für ihn ist der Kontakt mit der Landwirtschaft ganz wichtig, den Themen, die man "anschauen, fühlen und riechen kann, lassen sich einfach besser vermitteln".

Bedankt haben sich die Schülerinnen und Schüler bei ihren Gastgebern mit zwei musikalischen Darbietungen. Insbesondere der "Hühner-Rap" fand viel Beifall.