Eine Momentaufnahme von putzigen Welpen wird zum Aufreger, sorgt für Turbulenzen auf ganz großer Bühne. Der Deutsche Tierschutzbund und der Landestierschutzbund sind involviert. Weil es um beschlagnahmte Welpen aus illegalen Transporten geht. Sie sollten am Dienstag aus Bamberg abgeholt werden, doch der Tierschutzverein wollte sie erst mal nicht ziehen lassen.

Im Dezember 2015 hat das Bamberger Tierheim 20 Welpen nach Anfrage des Deutschen Tierschutzbundes spontan aufgenommen, zwölf haben überlebt und sollen jetzt allmählich vermittelt werden. Auch wenn sich die neuen Besitzer im Klaren sein müssen, dass der slowenische Eigentümer sie eventuell wieder zurück bekommt. Denn das entsprechende juristische Verfahren läuft. Eben deswegen hat die ganze Angelegenheit enorme Brisanz.


Und deswegen wird der wohl unglückliche Schnappschuss aus der privaten Pflegestelle zum Politikum: Die Momentaufnahme zeigt junge Hunde in einer Gitterkiste. Das ist der Moment, zu dem der Bamberger Amtsveterinär Pio Dengler jetzt zwischen den Beteiligten zu vermitteln sucht.

Fest steht für ihn, dass die Aufnahme höchst unglücklich ist, aber womöglich eben nur einen Moment und nicht die Haltung insgesamt zeigt. Das Bild wurde aber auch vom Tierheim auf Facebook geteilt.

Das Problem: Es könnte unterstellt werden, der Bamberger Verein befürworte oder praktiziere derartige Haltungsbedingungen. Die Aufregung war groß, das Missverständnis perfekt, Reaktionen folgten.


Nicht sofort kommuniziert

Zumal der Regionalbeauftragte des Deutschen Tierschutzbundes, Andreas Brucker, und die Bamberger Verantwortlichen nicht sofort kommunizieren konnten. So folgte Schriftverkehr, den der Verein mit seiner Darstellung der Sache ins Netz stellte.

Vorsitzender Robert Pfuhlmann fand das Bild auch unglücklich, wobei man nichts gegen die private Welpen-Pflegestelle an sich hatte. Die beiden jungen Hunde sind nun wieder im Bamberger Tierheim. Dort wollte Brucker sie und weitere aus dem seinerzeitigen illegalen Transport abholen, Vorstand Pfuhlmann die Tiere nicht fortlassen.

Dengler sprach mit beiden Parteien. Um die Wogen zu glätten und zum Wohl der Welpen wird der Verein die Welpen wohl dem Tierschutzbund übergeben. In Kooperation mit Dengler wird der Tierschutzbund die hiesigen Welpen-Pflegestellen checken. Denglers Fazit: "Alles hatte sich hochgeschaukelt."