Seit Ende Februar wird der Tierschutzverein von einem neuen Team geführt. Nach nicht einmal drei Wochen im Amt hob der neue Vorstand das Hausverbot gegen Thorsten Raab auf und beendete damit einen Rechtsstreit, der dem Tierheim "Berganza" manche Negativ-Schlagzeile beschert hat.

Durch die Disziplinarmaßnahmen gegen Raab hatte sich der alte Vorstand um Liebhard Löffler anscheinend die Sympathie vieler Mitglieder verspielt. Das deutet jetzt der neue Vorstand um Ersten Vorsitzenden Robert Pfuhlmann an.
Antworten auf weitere Fragen der Lokalredaktion an die neue Spitze des Tierschutzvereins ließ uns Peter Josef Frank zukommen. Er zeichnet nach eigenen Angaben als einer der stellvertretenden Vorsitzenden vorläufig für die Pressearbeit im Verein verantwortlich.

Welche Rolle spielte der Rechtsstreit bzw. das Gassi-Verbot für Thorsten Raab und ein weiteres Mitglied für die Ablösung des Vereinsvorstands?
Vorstand: Der Rechtsstreit selbst spielte nicht die entscheidende Rolle. Entscheidend war das Verbot der Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeiten durch den damaligen Ersten Vorsitzenden, was einem "kalten Hinauswurf" zweier Vereinsmitglieder gleichkam.

Ab diesem Zeitpunkt formierte sich eine starke Opposition innerhalb des Vereines gegen den Ersten Vorsitzenden und in diesem Sog dann auch gegen den gesamten Vorstand.

Der Rechtsstreit festigte diese oppositionelle Kraft, die ihre Befürchtungen bestätigt sah. Jeder wusste, dass ein aus Sicht des Vorstands "unbotmäßiges" Verhalten zu einer ähnlichen Reaktion bei jedem Mitglied führen konnte. Dies führte zu einer Stimmung, in welcher sich Mitarbeiter und Vereinsmitglieder genau überlegten, was mit wem gesprochen wurde.

Es sieht so aus, als ob das Beenden dieses Konflikts zu den ersten Amtshandlungen des neuen Vorstandes zählte. Ist dem so?
Die erste Amtshandlung bestand genau genommen in der Verabschiedung der Mitglieder in der Versammlung vom 26. Februar. Die Entgegennahme eines Schreibens des Landesverbandes des Deutschen Tierschutzbundes war die zweite Amtshandlung, die dann zu einer kurzfristig anberaumten Vorstandssitzung führte.

Einen ersten Beschluss fasste der Vorstand über die Fortführung der erfolgreichen Betreuung der Pflegestellen für Katzen und Igel durch Marion Hymon-Löffler. Sie hat diese Tätigkeit jahrelang und kompetent ausgeübt hat. Diesen Beschluss haben wir auf der Internetseite veröffentlicht, um Spekulationen und Fehlinterpretationen vorzubeugen.

Worin sieht der Vorstand seine wichtigsten nächsten Aufgaben?
Da ist die Konsolidierung der Vereinsfinanzen. Nach ersten Erkenntnissen haben außerordentliche Einnahmen einen sehr großen Anteil.

Was meinen Sie damit genau?
Es scheint viele Spenden gegeben zu haben. Wir haben aber noch keinen Überblick, mit wie vielen regelmäßigen Einnahmen wir rechnen können.

Und die weiteren Aufgaben?
Uns liegt an einer guten Stimmung im Verein. Wir wollen die enormen Potenziale aktivieren, die in der ehrenamtlich ausgeübten Tätigkeit vieler Mitglieder schlummern, sowie den organisatorischen Rahmen im Verein und im Tierheim verbessern, um unser oberstes Ziel umsetzen zu können: das Wohl der uns anvertrauten Tiere zu schützen und ihr Wohlergehen nach Kräften zu fördern.

Wie lässt sich Ihre Arbeit im Tierschutzverein und Tierheim an?
Wir werden derzeit mit Arbeiten von allen Seiten eingedeckt. Alltägliches und Nicht-Alltägliches muss organisiert, besprochen und strukturiert werden. Da die Unterlagen des Vereines erst am 13. März heraus- beziehungsweise zurückgegeben wurden, können einige Arbeiten erst jetzt anlaufen.

Es ist aber deutlich zu spüren, wie viele Hoffnungen in die neue Vorstandschaft und einen Neuanfang gesetzt werden. Die Übernahme der Vereinsgeschäfte verläuft so, wie man das bei einem großen und in sich etwas zerstrittenen Verein erwarten kann. Mancher Streit ist zu schlichten, manches neu zu ordnen und auch manche Fehlvorstellung zu korrigieren.