Eine Schneise der Verwüstung hat das Sturmtief Egon am Freitag in Stadt und Land hinterlassen. Der Wind blies am frühen Morgen mit einer Geschwindigkeit von knapp 80 Stundenkilometern. Das war zwar deutlich sanfter als beispielsweise auf der Wasserkuppe, wo 220 km/h gemessen wurden, aber heftig genug, um einiges an Schaden anzurichten.
Besonders "gehaust" hat Egon im Hain, wo er zehn Bäume zu Fall brachte. Einer fiel auf die Fahrradständer vor dem Bootshaus. Nach Mitteilung von Gartenamtsleiter Robert Neuberth gab es auch Schäden im Umfeld der Schutzhütte am Weg Richtung Bug. Sein Team begann unverzüglich mit den Aufräumarbeiten. Alle Wege waren am Nachmittag wieder begehbar. Das Gartenamt rät aber dringend, in nächster Zeit im Hain besondere Vorsicht walten zu lassen, da der eine oder andere Ast noch abbrechen könnte.


Berliner Ring gesperrt

Der vielleicht aufsehenerregendste Schaden entstand an einem großen Wohnhaus in der Siemensstraße - spektakulär schon deshalb, weil Tausende von Autofahrer betroffen waren. Der Wind hatte eine ca. 6 Quadratmeter große Fassadenplatte von der Wand abgerissen und in eine Grünanlage und auf einen Parkplatz geschleudert. Um Gefahren für Autofahrer auf dem vor dem Haus vorbeiführenden Berliner Ring auszuschließen, haben Polizei und Technisches Hilfswerk den Ring zwischen Moosstraße und Geisfelder Straße in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Am Nachmittag rückten Handwerker an, begutachteten den Schaden und sicherten die Wandverkleidung.
Der Leiter der städtischen Forstverwaltung, Klaus Schulz, teilte mit, dass der Sturm im Stadtwald und in den Wäldern der Bürgerspitalstiftung nur geringe Schäden verursacht hat. Einige Forststraßen seien aber wegen umgestürzter Bäume nicht begehbar. Bis zum Montag werde man alle notwendigen Arbeiten erledigt haben. Schulz bittet Naurfreunde bis dahin, zur eigenen Sicherheit auf Waldspaziergänge zu verzichten.


Keine verletzten Menschen

Im Landkreis, an der Ortsverbindungsstraße zwischen Schweisdorf und Roschlaub, knickte der Sturm zwei Leitungsmasten. Mitarbeiter des Kreisbauhofes Scheßlitz sperrten die Straße und informierten die Telekom. In Hallstadt fiel ein Verkehrsschild um, und auf vielen Straßen und Wegen lagen abgerissene Äste und Zweige, die von den Feuerwehren beseitigt wurden. Personen kamen nach Auskunft der Polizei nirgendwo zu Schaden.