Bereits im vergangenen Dezember hat der Kreisausschuss der Generalsanierung der Doppelsporthalle der Realschule Ebrach zugestimmt. Nach einer ersten Prognose sollte dies insgesamt rund 2,3 Millionen Euro kosten. Nach einer genauen Kostenberechnung durch die Beauftragten Architekturbüros Heinz (Hof) und Paptistella (Hirschaid) würden sich die Gesamtkosten nun auf rund 2,7 Millionen Euro belaufen. Ihre Planung stellten die Architekten nun dem Kreisausschuss vor - inklusive dreier Einsparmöglichkeiten, die zusammen etwa 175.000 Euro bringen würden.

Im Gremium herrschte Einigkeit über die Notwendigkeit der Sanierung und der Investitionen in die Schulen des Landkreises - was sich am Ende in einem einstimmigen Beschluss manifestierte. Die Sanierung soll nun mit berechneten Gesamtkosten von 2,654 Millionen Euro in Angriff genommen werden.
Eingespart wird lediglich bei der Lüftungstechnik (69.000 Euro). Nach Abzug der staatlichen Förderung und dem Kostenanteil der Marktgemeinde Ebrach - die die Halle auch für die Grundschule und den Vereinssport mitbenutzt - verbleibt beim Landkreis laut Geschäftsbereichsleiterin Birgit Ramming-Scholz ein Kostenanteil von rund 900.000 Euro.

Gemeinde zahlt für Mitbenutzung

Ein gewaltiger Brocken entfällt auf die Ebracher: Nach dem aus der Nutzungsdauer errechneten Schlüssel muss der Markt mit Ausgaben von etwa 600.000 Euro rechnen. Im Finanzplan für die Jahre 2015 und 2016 waren bisher bereits gut eine halbe Million Euro vorgesehen. Dem Ebracher Wunsch, den Betrag auf drei Haushaltsjahre aufzusplitten, stimmte der Kreisausschuss zu. Der Kreis muss dafür in Vorleistung gehen.

Ebenfalls beschlossen wurde vom Ausschuss eine Erneuerung der Freisportanlagen für rund 250.000 Euro. Alleiniger Kostenträger ist hier der Landkreis, eine staatliche Förderung ist aber auch hier möglich.

Glücklich über die hohen Kosten war keiner der Kreisräte. CSU-Fraktionssprecher Wolfgang Möhrlein befand es jedoch für "gut, dass es jetzt eine genaue Kostenplanung gibt". Alles sei transparent dargestellt. Angesichts des allgemeinen Baubooms und steigender Preise in dieser Branche müsse man das "nun durchziehen".

"Ärgerlich ist es schon", meinte dagegen Bruno Kellner (FW). Und zwar, dass der enorme Sanierungsbedarf nur scheibchenweise zum Vorschein komme. Kellner hakte auch nach, was mit dem Hausmeisterhaus sei, und mit der offenbar phasenweise chaotischen Verkehrssituation bei der An- und Abfahrt der Schüler. "Wir befassen uns mit beidem", gab Ramming-Scholz Auskunft. Es sei jedoch noch nicht so weit, konkrete Pläne vorzulegen. "Wir tragen es mit Bauchschmerzen", meinte Kellner schließlich.

Scheßlitz und Hirschaid stehen an

Johannes Maciejonczyk (CSU) fragte nach, ob angesichts steigender Schülerzahlen über eine Erweiterung der Doppel- zu einer Dreifachhalle nachgedacht worden sei. Laut Ramming-Scholz gibt es in Ebrach jedoch diesbezüglich keine Engpässe. Nach der Bedarfsermittlung reiche die derzeitige Kapazität - im Gegensatz zu Scheßlitz und Hirschaid - "hoffentlich" aus.

Die Sanierung der Realschulen bleibt für den Landkreis nicht nur in Ebrach eine Großaufgabe, die hohe Investitionen erfordert. So stehe in Hirschaid und Scheßlitz ein Ausbau der Hallen noch an, wie Landrat Johann Kalb (CSU) anführte. "Im Bereich Schulen investieren wir richtig viel Geld", stellte Kalb fest.