Eingepfercht in der hintersten Ecke der Nordtribüne direkt unter dem Hallendach der Brose-Arena, feuerten knapp 50 griechische Fans das Basketballteam von Peristeri BC über die gesamten 40 Minuten lautstark an. Zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene waren sie aber nicht mehr zu hören, denn mehr als 5000 Anhänger von Brose Bamberg peitschten ihr Team mit einer weitaus größeren Phonzahl an.

Sie wussten, dass ihr Team gerade jetzt die Unterstützung von den Rängen dringend brauchte, denn der Gegner war bis auf einen Punkt herangekommen. Drei Tage nach der bitteren 78:81-Niederlage gegen die Ulmer, als die Schwaben im letzten Viertel die Partie noch drehten, gab es für die Gastgeber diesmal aber mit dem 72:69-Erfolg ein Happy End. "Heute haben wir verteidigt bis zum Schluss, das war der große Unterschied. Und daher ist auch das Ergebnis anders ausgefallen als am Sonntag", meinte Brose-Trainer Roel Moors nach dem vierten Sieg in Folge in der Champions League, mit dem der Bundesliga-Dritte auch in der Gruppe C des internationalen Wettbewerbs den dritten Platz einnahm.

Es war eine zähe Angelegenheit, bis der Sieg über die Griechen feststand. "Die Bamberger haben hart gespielt, wir aber auch", befand Kingsley Moses. Der Center von Peristeri, der mit elf Punkten und elf Rebounds ein "Double-Double" schaffte, machte den Bambergern das Leben schwer. Drei von insgesamt acht geblockten Würfen gingen auf sein Konto, in der gegnerischen Zone mussten sich die Gastgeber jeden Punkt hart erarbeiten.

Schlechte Freiwurfquote

Unter den Körben hatten die robusten Griechen Vorteile. 44 Punkte erzielten sie in der Zone (Bamberg 24), dafür warfen die Hausherren wesentlich besser von außen. Zehn Dreier trafen sie, Peristeri nur zwei. Und hätten die Oberfranken nicht zehn Punkte an der Freiwurflinie verschenkt (16 Treffer bei 26 Versuchen/Quote 61,5 Prozent) - sechs alleine im letzten Viertel -, hätten sie die Partie eher zu ihren Gunsten entscheiden können. So mussten sie bis zum Schluss zittern, ehe der Sieg und damit der erstmalige Sprung auf einen Play-off-Platz feststand. "Der Coach hat uns vorher gesagt, wie wichtig ein Sieg für uns ist. Daher bin ich froh, dass wir gewonnen haben", sagte Retin Obasohan. Der Bamberger Aufbauspieler kam wie Center Assem Marei auf elf Zähler, Christian Sengfelder (10) punktete ebenfalls zweistellig in einer Partie, die beiderseits von der Defensive geprägt war. Nur im ersten Viertel (27:21), in dem sich die Bamberger nach einem guten Start den größten Vorsprung der Partie herausgespielt hatten (15:6, 4. Minute), gelang es beiden Teams, über 20 Punkte zu erzielen.

In der Folge wechselte die Führung zwölfmal, allerdings hatten die meiste Zeit über die Gastgeber die Nase knapp vorne. "Es war ein sehr physisches Spiel. Das haben wir erwartet und auch dagegengehalten. Wir haben das Spiel in der Defensive gewonnen, das freut mich am meisten", sagte Moors, der Mateo Seric nicht aufs Feld schickte. Der 20-Jährige vom Farmteam Baunach Young Pikes ist - wie berichtet - nach der Trennung von Michael Carrera in den Bamberger Kader gerückt. "Mateo hat erst zweimal mit uns trainiert", begründete Moors. Gut möglich ist aber, dass der U20-Nationalspieler am Samstag (18 Uhr) in der Bundesligapartie in Frankfurt sein Pflichtspieldebüt im Brose-Trikot geben wird.